Ein italienischer Zeitungsbericht um eine mögliche Wett- und Spielmanipulation der deutschen Bundesliga-Partie VfL Bochum gegen Energie Cottbus sorgt für Wirbel. Das Sport-Fachblatt "Gazzetta dello Sport" hatte in der Vorwoche aus Anti-Mafia-Ermittlungsakten zitiert, in denen ein Ex-Profi damit prahlt, den Ausgang der Bundesliga-Partie am 28. Februar 2009 schon vor dem Abpfiff gewusst zu haben.

Bei besagter Partie gelang dem nunmehrigen Mainzer Christian Fuchs ein Tor für Bochum. Bochum, für das Fuchs den 2:2-Ausgleich erzielte, gewann die Partie schließlich 3:2. Das entscheidende Tor fiel elf Minuten vor Schluss durch einen höchst umstrittenen Foulelfmeter. Cottbus stieg am Saisonende aus der Bundesliga ab, Bochum rettete seine Bundesliga-Zugehörigkeit dank zweier Zähler.

Die betroffenen Vereine reagierten zurückhaltend auf den Bericht, den die "Lausitzer Rundschau" am Dienstag aufgriff. "Wir waren überrascht, diesen ungeheuerlichen Vorwurf aus den Medien zu entnehmen", meinte Cottbus-Präsident Ulrich Lepsch. Der Zweitligist wolle sich "nicht an Spekulationen beteiligen, sondern auf konkrete Ergebnisse der weiteren Ermittlungen warten". Ein VfL-Sprecher sagte: "Wir haben das aus den Medien erfahren und verfolgen das natürlich."

Dass es zu dem möglichen Manipulationsverdacht aber überhaupt eine Untersuchung in Deutschland gibt, scheint unwahrscheinlich. "Es gibt keinerlei Erkenntnisse zu dem Spiel VfL Bochum gegen Energie Cottbus. Es gibt auch keine Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Neapel und im Moment auch keine Bemühungen, Erkenntnisse zusammenzuführen", teile die Staatsanwaltschaft Bochum am Dienstag mit. Auch Ralf Köttker, Sprecher des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), erklärte: "In den uns vorliegenden Akten gibt es keine Hinweise auf dieses Spiel."

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