Der umstrittene Mediziner Eufemiano Fuentes hat Berichte dementieren lassen, er habe Spaniens Fußball-Nationalelf mit Doping in Verbindung gebracht. "Das hat weder Hand noch Fuß", sagte der Anwalt des 55-Jährigen, Julian Perez Templado, am Dienstag in Madrid. "Er hat so etwas nie gesagt", fügte er hinzu.

Die Zeitung "El Mundo" hatte den mutmaßlichen Dopingarzt am Montag mit den Worten zitiert: "Würde ich reden, hätten wir weder den EM- noch den WM-Titel im Fußball." Fuentes habe dies seinen Zellengenossen gesagt, während er am Sonntag darauf wartete, wegen seiner mutmaßlichen Verwicklung in den Leichtathletik-Dopingskandal der "Operacion Galgo" (Operation Windhund) von der zuständigen Ermittlungsrichterin verhört zu werden. Am Ende kamen er und fünf weitere Verdächtige unter Auflagen auf freien Fuß. Sie wurden aber des Handels mit verbotenen Substanzen beschuldigt. Spaniens Teamchef Vicente del Bosque und Nationalspieler Xavi hatten nach dem Zeitungsbericht Dopingpraktiken in der "Seleccion" und im spanischen Fußball energisch zurückgewiesen.

Die Vernehmung der Hindernislauf-Weltmeisterin Marta Dominguez wurde unterdessen verschoben. Spaniens erfolgreichste Leichtathletin sollte nach ihrer vorübergehenden Festnahme am Mittwoch oder Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Einen neuen Termin gebe es noch nicht, teilte das Gericht mit. Die 35-Jährige ist schwanger. Die Polizei wirft ihr vor, andere Sportler mit Dopingmitteln versorgt zu haben.

Dominguez streitet jedoch jede Verstrickung in den Skandal ab, der am vergangenen Donnerstag zu 14 Festnahmen führte. "Natürlich habe ich nie mit Dopingsubstanzen gehandelt", teilte die Weltmeisterin von 2009 mit. Ungeachtet der Vorwürfe gegen sie hat Dominguez ein Sportstipendium in Höhe von 4.800 Euro erhalten. Die Regierung der Region Kastilien-Leon, wo die 35-Jährige ihrer Wohnsitz hat, belohnte sie damit für ihre Verdienste in der Leichtathletik.

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