Ruhig und stressfrei wird es beim SK Rapid in der Winterpause wohl nicht zugehen. In der bis 31. Jänner laufenden Transferzeit soll die Mannschaft - wie von Präsident Rudolf Edlinger angekündigt - verstärkt werden. Außerdem starten nach der längerfristigen Bindung von Yasin Pehlivan und Tanju Kayhan die Verhandlungen über Verlängerungen mit jenen Spielern, deren Verträge im kommenden Jahr enden.

Dies betrifft Markus Heikkinen, Ragnvald Soma, Andreas Dober, Raimund Hedl, Stefan Kulovits und Mario Konrad. Veli Kavlaks Kontrakt ist bis Dezember 2011 befristet, der ÖFB-Teamspieler kündigte aber bereits an, Rapid in Richtung Ausland zu verlassen. Bei den übrigen Kickern ist laut Sportdirektor Alfred Hörtnagl noch nichts entschieden.

"Wir werden mit den Gesprächen so wie in den letzten Jahren im Winter-Trainingslager beginnen, werden dann aber auch noch die Entwicklung einzelner Spieler im Frühjahr abwarten", meinte der Tiroler. Wie lange Kavlak noch im Rapid-Trikot zu sehen sein wird, ist unklar. "Wir sind nicht darauf aus, ihn schon im Winter zu verkaufen und bare Münze zu machen", betonte Hörtnagl.

In der Frage möglicher Zugänge ließ sich der Sportdirektor nicht in die Karten blicken. "Ein Spieler muss nicht ablösefrei sein, aber es gilt zu klären, ob er uns mittelfristig oder schnell helfen soll." Für Trainer Peter Pacult hingegen ist das Anforderungsprofil klar. "Wenn jemand kommt, muss er fit und sofort eine Verstärkung sein. Für die Zukunft hat Rapid schon genug Spieler, wer brauchen jemanden für die Gegenwart."

In welchen Mannschaftsbereichen Adjustierungen vorgenommen werden sollen, ließ Pacult weitgehend offen, er meinte lediglich: "An den Außenpositionen wollen wir das eine oder andere ändern." In punkto Innenverteidigung hielt sich der Trainer bedeckt. "Bei Sonnleitner und Soma haben wir vor einigen Wochen noch alle 'Juhu' geschrien, und jetzt soll auf einmal alles schlecht sein?"

Gerüchte um eine Verpflichtung von Martin Stranzl wollte Pacult so wie Hörtnagl nicht kommentieren. "Ich habe privat mit ihm ein gutes Verhältnis, mehr ist dazu nicht zu sagen. An Spekulationen beteilige ich mich nicht." Diese Linie verfolgt der Coach auch bei Goalie Jürgen Macho und Stürmer Lukas Kragl, an denen Rapid angeblich auch Interesse zeigt. Die Zukunft von Rapids Leihspieler bei Wacker Innsbruck, Boris Prokopic, entscheidet sich laut Hörtnagl rund um den 10. Jänner.

Wer auch immer in Wien-Hütteldorf landet, sollte dies wenn möglich bis 7. Jänner tun - an diesem Tag beginnt das Training für die Frühjahrsmeisterschaft. Ob der noch immer an einer Schambeinentzündung laborierende Kapitän Steffen Hofmann zu diesem Zeitpunkt wieder voll einsatzfähig sein wird, scheint noch nicht gesichert. "Deswegen müssen wir vielleicht auch über diese Position nachdenken", sagte Pacult.

Der 51-Jährige steht auf dem Standpunkt "Verstärkungen ja, aber nicht zu jedem Preis". Schnellschüsse würden keine getätigt, schließlich müssten bei einer Neuverpflichtung viele Aspekte berücksichtigt werden. "Ich kann den Kader nicht aufblähen. Das kostet zu viel Geld und bringt viele unzufriedene Spieler."

Deshalb ist es für Pacult - im Gegensatz zu Hörtnagl, nach dessen Angaben ein Kicker geholt wird - nicht völlig ausgeschlossen, dass die Mannschaft über den Winter unverändert bleibt. "Man muss ja auch bedenken, dass wir bisher eine ordentliche Saison gespielt haben. Wir waren die einzige Mannschaft, die den ganzen Herbst auf drei Hochzeiten getanzt hat", sagte Pacult in Anspielung auf die Engagements in Meisterschaft, Cup und Europa-League-Gruppenphase.

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