Das arabische Golfemirat Katar will alle Infrastrukturprojekte für die Fußball-WM 2022 aus der Portokasse bezahlen. Ministerpräsident Scheich Hamad bin Dschasim al-Thani sagte laut einem Bericht der in Doha erscheinenden Zeitung "The Peninsula" vom Mittwoch, Katar werde für die Finanzierung für das FIFA-Turnier keine Anleihen benötigen.

Zwischen 70 und 80 Prozent der Infrastruktur, die für die WM benötigt werde, sei ohnehin Teil des normalen Entwicklungsplans des Emirates und werde bis 2017 fertiggestellt sein. "Was wir dann noch brauchen, sind ein paar Stadien, und wir werden ein Komitee gründen, das sich damit befassen wird", fügte er hinzu.

Die Investitionen für die WM in Katar werden auf rund 45 Milliarden Euro geschätzt. Der Ministerpräsident, der zu den engsten Vertrauten des Emirs zählt, erklärte, Firmen aus Katar und anderen arabischen Golfstaaten würden bei der Vergabe von Aufträgen bevorzugt. Er riet ihnen jedoch, sich für die Bewerbung um Großaufträge mit "spezialisierten Partnern" zusammenzutun.

Über eine mögliche direkte Einbindung von Nachbarstaaten sagte Scheich Hamad nichts. Der jordanische Prinz Ali bin al-Hussein, der sich um einen Sitz im Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes (FIFA) bemüht, hatte am vergangenen Montag gesagt, auch Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und eventuell auch Saudi-Arabien sollten einbezogen werden.

Katar hatte sich in der Abstimmung durch das FIFA-Exekutivkomitee am 2. Dezember in Zürich überraschend gegen Australien, Japan, Südkorea und die USA durchgesetzt. Wegen der klimatisch extremen Bedingungen in Katar hatten viele eine Verlegung der WM 2022 in den Winter gefordert. Dieser Vorschlag wurde von FIFA-Präsident Joseph Blatter bisher abgelehnt. In den WM-Stadien sollen durch Klimaanlagen für Spieler und Fans erträgliche Temperaturen herrschen.

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