Der Wintersportort Garmisch-Partenkirchen macht ernst und will einen rebellischen Grundbesitzer an der berühmten Kandahar-Abfahrt für die Ski-WM 2011 zwangsenteignen. Die Gemeinde beantragte dazu am Donnerstag beim zuständigen Landratsamt die sogenannte vorzeitige Besitzeinweisung für das rund 20 mal 40 Meter große Areal. Damit will sich die Kommune Zugang zu dem Grundstück verschaffen.

Es geht dabei vor allem um das Präparieren der Abfahrtsstrecke im Zielbereich. Es ist derzeit nicht möglich, weil der Eigentümer ein Betretungsverbot ausgesprochen hat. Die Gemeinde könne ohne den Einsatz von Pistenraupen die Sicherheit der Skirennfahrer aber nicht gewährleisten, wurde der Schritt begründet. Eine gütliche Einigung mit dem Grundeigentümer sei bisher nicht möglich gewesen.

"Wir können nicht gegenüber unseren Einheimischen und Gästen mit fünf beschneiten Talabfahrten werben, wenn zwei davon - die sogar weltweit bekannt sind - dauerhaft nicht verfügbar sind", teilte der Garmischer Bürgermeister Thomas Schmid mit. "Wir wollen niemandem seinen Grund und Boden wegnehmen, es geht lediglich um eine geduldete Nutzung, eine Grunddienstbarkeit für den Skisport, die sich der Markt sichern muss." Die Gemeinde dürfe sich nicht erpressbar machen, erläuterte der Rathauschef.

Der Streit dauert bereits zwei Jahre. Schon vor zwei Wochen hatte der Rennleiter für die in acht Wochen beginnende alpinen Ski-WM, Heinz Mohr, gesagt: "Wenn wir dieses Grundstück nicht bekommen, wird der Internationale Skiverband die Strecke nicht abnehmen. Dann können keine Rennen stattfinden."

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