Der bisherige Interimspräsident Fernand Duchaussoy ist als Chef des französischen Fußball-Verbandes FFF bestätigt worden. Wie ein Verbandssprecher mitteilte, wurde der 67-jährige Unternehmer und frühere Physik-Lehrer am Samstag auf der FFF-Generalversammlung in Paris ohne Gegenkandidat gewählt. Dennoch stimmten mehr als 20 Prozent gegen Duchaussoy.

Beim Treffen wurden außerdem die nach dem WM-Fiasko erarbeiteten Reformen in der Organisationsstruktur des FFF gebilligt. "Das ist ein schöner Neustart", erklärte der Chef der Profiliga (LFP), Frederic Thiriez.

Duchaussoy war im Juli als Nachfolger des wegen des WM-Debakels zurückgetretenen Jean-Pierre Escalettes zum vorläufigen Verbandschef gewählt worden. Bis dahin war er Chef der Amateur-Ligen. Bis zum Ende seines Mandats am 18. Juni kommenden Jahres muss er mit heftigem internen Widerstand rechnen. Dem rivalisierenden Lager gehört unter anderen FFF-Vizepräsident Noel Le Graet an, der am Freitag kurzfristig auf eine Gegenkandidatur verzichtet hatte, "um die Einheit nicht zu gefährden", im Juni aber antreten will.

Die Reformen in der Organisationsstruktur des FFF waren bei einem Gipfelforum mit Politikern sowie Vertretern des Profi- und Amateursports erarbeitet worden, u.a. werden die Stimmrechte bei der Verbands-Bundesversammlung neu verteilt. Die Amateurligen müssen sich in Zukunft mit 63 Prozent der Stimmen (bisher 75) begnügen. Außerdem sollen ein Exekutivkomitee und eine "Hohe Behörde" mit Aufsichtsfunktion ins Leben gerufen werden. Der Verbandschef wird zudem künftig in geheimer Abstimmung gewählt.

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