Eine Schneekontrolle der besonderen Art hat es am Freitag für die Hahnenkamm-Rennen in zwei Wochen (21. bis 23. Jänner) gegeben. Kitzbühels OK-Chef Michael Huber telefonierte am Freitag mit FIS-Renndirektor Günther Hujara und holte sich das endgültige Okay für die 71. Auflage des alpinen Klassikers in der Gamsstadt, ohne dass der auf Abruf vorgesehene FIS-Funktionär Peter Gruber anreisen musste.

Die Strecken sind, auch dank der neuen Beschneiungsanlage, bereits in bestem Zustand. "Das hat es in den 20 Jahren, seit ich als Funktionär tätig bin, nicht gegeben", strahlte Huber, der nicht nur OK-Chef der Rennen, sondern auch Präsident des Kitzbüheler Skiclubs (K.S.C.) ist. "Wir haben einfach ein gutes Verhältnis mit Hujara." Zudem ist seit längerem bekannt, dass es in diesem Jahr in Kitzbühel keine Schneeprobleme gibt. Über Weihnachten haben bereits sechs Nationalteams, darunter auch die österreichischen Techniker, am Ganslernhang trainiert und von den Verhältnissen geschwärmt.

Auf der Streif gibt es derzeit eine durchschnittliche Schneeauflage von 70 bis 90 Zentimeter, an exponierten Stellen sogar etwas mehr. Die FIS fordert rund 30 Zentimeter Schneeauflage. "Wir hatten eine sehr ruhige Vorbereitung, wegen der kalten Temperaturen konnten wir schon Anfang Dezember mit Beschneien und Schnee verteilen beginnen", berichtete Herbert Hauser, Pistenchef für die Abfahrt und den Super-G.

"Wir haben sogar genügend Reserven, auch ein Warmwettereinbruch bis 15 Grad kann uns kaum etwas anhaben", sagte Hauser. Vergessen ist jedoch nicht das Jahr 2007, als die Kitzbüheler eine Woche vor dem Rennen die Speed-Bewerbe bestätigt hatten, der Orkan Kyrill aber wie ein Föhn über die Streif fegte, und am Rennwochenende nur zwei Slaloms auf dem Programm standen. "Seit damals sage ich nie mehr, alles ist fix", ergänzte Huber, "aber aus heutiger Sicht können wir uns beruhigt zurücklehnen."

Bei der Pistenpräparierung zu Gute kam den Kitzbühelern heuer auch die neue Beschneiungsanlage der Bergbahnen, die im vergangenem Jahr 30 Millionen Euro, davon allein sieben Millionen auf der Streif, investiert hatten. Die Schneewasserkapazität wurde vervierfacht und die Pumpkapazität verdreifacht. In 9.000 Stunden wurden 80.000 Kubikmeter Schnee produziert. "Wir hätten auch mehr machen können", berichtete Bergbahnen-Chef Sepp Wurzer, "wir wollten aber Energie und Wasser sparen und schauen auch auf unser Geld."

Bei der Präparierung mit den Pistenmaschinen wurde zudem erstmals auf moderne GPS-Technik gesetzt. Im Sommer wurde die komplette Streif mit mehreren tausend GPS-Punkten vermessen, so können die Maschinen im Winter den Schnee Zentimeter genau aufbringen und müssen eventuelle Geländeunebenheiten nicht planieren, sondern können mit dem Gelände "mitfahren".

Als weitere Neuerung gibt es für die Rennen in zwei Wochen die Verbreiterung und Umgestaltung der Gschöss-Wiese auf der Streif. An dieser Stelle, dem Teil nach der Steilhangausfahrt, wurde auch ein modernes Hochsicherheitsnetz aus Nieroster-Stahl, der die gleichen dynamischen Eigenschaft wie Nylon hat, installiert. Für die Fans gibt es eine Parallelstreif, so dass Publikumslauf auch während der Rennwoche möglich ist. Der Super-G-Start wurde von der Alten Schneise auf den Seidlalmkopf verlegt.

Zugleich wurden die Grabungsarbeiten für die neue Beschneiungsanlage genutzt, um 9 km Rohre und 30 km Glasfaserkabel zu verlegen. "Dadurch ist es uns möglich, die Hahnenkammrennen in Zusammenarbeit mit dem ORF heuer erstmals in HD-Qualität zu übertragen", berichtete Huber. Auch für die insgesamt acht neuen Videowände mit einer Gesamtfläche von 250 Quadratmetern sind die neuen Netzwerkkabel nötig.

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