Im Fußball-Asien-Cup kommt es am Dienstag (17.15 Uhr MESZ) in Doha zum ersten großen Schlager: Im Eröffnungsspiel der Gruppe D trifft der dreimalige Rekordsieger Iran auf Titelverteidiger Irak - ein Spiel, das auch Erinnerungen an den von 1980 bis 1988 dauernden Krieg der beiden Länder weckt. Dieser sei jedoch Vergangenheit und habe keinen Einfluss auf die Partie, wie beide Teams betonten.

"Iran und Irak sind befreundete Nachbarn mit einer langen Geschichte und jahrhundertelangen Beziehung", erklärte etwa Waleed Tabra, der Generaldirektor des irakischen Fußball-Verbandes. "Wir haben dieselben Religionen, Iraner heiraten Irakerinnen, Iraker heiraten Iranerinnen, das ist gut für beide Länder."

Im Fußball gehe es natürlich darum, ein Spiel zu gewinnen, "aber das hat überhaupt nichts damit zu tun, was in den 1980er Jahren passiert ist", stellte Tabra klar. "Wir spielen seit Jahrzehnten gegen die Iraner, wir sind aber nur noch Rivalen auf dem Feld. Niemand erwähnt heute noch den Krieg, dieser ist mittlerweile Geschichte."

Der iranische Teamchef Afshin Ghotbi, der die Auswahl seines Heimatlandes zum ersten Asien-Cup-Triumph seit 1976 führen will, fand ähnliche Worte. "Was den Fußball zur wichtigsten Sportart der Welt macht, ist die Tatsache, dass er Leute zusammenbringt. Deshalb hoffe ich, dass das Iran-Irak-Spiel eine Gelegenheit für Iraner und Iraker darstellt, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und Freunde zu werden", meinte Ghotbi.

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