Die 71. Hahnenkammrennen gehen von Freitag bis Sonntag in Kitzbühel in Szene. OK-Chef und K.S.C.-Präsident Michael Huber präsentierte neun Neuerungen für die Abfahrt auf der Streif, für den Super-G sowie den Slalom auf dem Ganslernhang. 2011 ist für Huber eines der markantesten Jahre in der Historie der Rennen, nach der Homologierung der Strecke 1953 und der Installation von Schneekanonen 1993.

Die Streif wurde auf der Gschösswiese auf das Doppelte verbreitert, zudem gibt es dort gegenüber der früheren Jahre ein durchgehendes Gefälle. "Das ergibt eine höhere Geschwindigkeit und möglicherweise einen neuen Streckenrekord", sagte Huber im Gespräch mit der APA. Damit Klaus Kröll und Co. dieses Gleitstück nicht abkürzen können, wurden zwei Richtungstore zusätzlich aufgestellt.

Auf der Gschösswiese wurde auch ein neues Hightech-Netz anstatt der bisherigen Holzplanken installiert. Dieses Gleitnetz besteht erstmals aus Nirosta-Stahl, hat aber die gleichen dynamischen Eigenschaften wie Polyester. "Es ist langlebig, reißfest und kann stehen bleiben. Das bringt auf Dauer eine Kostenersparnis", weiß Huber.

Zudem wurde eine Parallelstreif ab der Ausfahrt Steilhang im Sommer gebaut. Damit muss für die Rennstreckenpräparierung und während der Rennwoche der Hahnenkamm für die Touristen nicht gesperrt werden. "Für uns ist dies ein großer Vorteil, auch für die Arbeiten auf der Streif", freute sich der OK-Chef.

Die Optik an der Alten Schneise hat sich komplett verändert. War dieser Streckenteil früher immer im Schatten, so ist er nach einem Windwurf durch einen Orkan am 2. August völlig lichtdurchflutet. "Wir haben Aksel Lund Svindal in Gröden Fotos davon gezeigt, er hat diese Stelle nicht mehr wiedererkannt", erzählte Huber, der auch davon schwärmt, dass es von dort einen neuen atemberaubenden Blick auf Kitzbühel gebe. "Halt leider nicht für die Rennfahrer, die sich auf die Streif konzentrieren müssen."

Der Super-G-Start wurde von der Alten Schneise um 25 Höhenmeter nach oben knapp unter des Seidlalm-Kopfes verlegt. "Das gelang durch den Bau der Parallelstreif. Es ist nun ein spektakuläres und steiles Startstück, mit einer tollen Links-Rechts-Kombination zu Beginn", erhofft sich Huber für das Freitag-Rennen noch spektakuläre Bilder; der Super-G wurde auch rund 250 Meter länger.

Der Ganslernhang für den sonntägigen Slalom blieb gleich. Doch wurde daneben ein steiler Trainings- und Einfahrtshang von den Behörden genehmigt und errichtet. Jedenfalls hat man sich beim Kitzbüheler Ski Club inzwischen geeinigt, das Ziel des Torlaufes klassisch am Ganslernhang zu belassen, und nicht wie bereits zweimal den Slalom in das Hauptziel der Streif zu führen.

Um die Pistenpräparierung mit Maschinen zu erleichtern, wurde im Sommer die Streif vermessen und tausende GPS-Punkte erhoben. "Bei der Präparierung der rennfertigen Piste können wir damit dem Gelände exakt nachfahren und für eine durchgehend gleiche Schneeauflage sorgen", schilderte Huber, "Geländefalten werden dadurch nicht mehr einfach ausgebügelt." Kitzbühel sei mit diesem System wieder ein Vorreiter der Pistenpräparierung, wie vor über zehn Jahren als der Sprüh- oder Steinbach-Balken erstmals auf der Streif zum Einsatz kam.

Die Kitzbüheler Bergbahnen investierten im abgelaufenen Jahr 30 Millionen Euro in die Modernisierung der Pisten und -Beschneiungsanlagen, sieben Millionen davon auf der Streif. Die Wasserkapazität wurde verdreifacht, die Pumpkapazität vervierfacht. Der K.S.C nutzte die Umbauarbeiten, um an den Rennpisten auch neun Kilometer Versorgungsrohre zu verlegen. Darin befinden sich auch 30 Kilometer Glasfaserkabel. "Damit können wir die Rennen in Zusammenarbeit mit dem ORF erstmals in HD-Qualität übertragen", meinte Huber erfreut.

Und last but not least wurden entlang der Streif neue Videowände aufgestellt, damit die Fans von überall das komplette Rennen verfolgen können. Insgesamt stehen nun acht Videowände mit einer Gesamtfläche von 250 Quadratmeter zur Verfügung.

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