Wenn es um ihren Hahnenkammsieger geht, fühlen sich die Funktionäre des Kitzbüheler Skiclubs (K.S.C.) fast schon wie Don Quijote in seinem vergeblichen Kampf gegen die Windmühlen. "Es ist ein Kampf, den wir aber noch nicht aufgegeben haben", bestätigte K.S.C.-Präsident Michael Huber im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur, auch wenn er weiß, dass er sehr hart werden wird.

"Der Trend geht leider in eine andere Richtung, in Richtung Superkombination." Der Hahnenkammsieger ist immer der Sieger aus der klassischen Kombination aus Abfahrt und Slalom (zwei Durchgänge) gewesen. Bei der 71. Auflage in diesem Jahr könnte letztmalig diese klassische Kombi Weltcupstatus haben. "Ab dem Jahr 2012 steht die Superkombination für vier Jahre im provisorischen Weltcupkalender der FIS", sagte Huber.

"Es ist ein heikles Thema", meinte Huber, "mit viel Lobbying-Arbeit wollen wir die FIS-Funktionäre doch noch überzeugen, dass man die klassische Kombination in Kitzbühel belassen soll. Unser Problem ist, dass Günter Hujara (FIS-Renndirektor/Anm) ein vehementer Verfechter der Superkombi ist." Die Hoffnungen der Kitzbüheler liegen nun in den Evaluierungskonferenzen der FIS im Frühjahr, in der alle Bewerbe und Weltcup-Orte nochmals durchleuchtet werden.

"Mit Benjamin Raich und dem letzten Kombi-Sieger Ivica Kostelic haben wir auch große Fürsprecher für unser Anliegen", meinte Huber, der hofft, dass sich noch mehr Fahrer der Meinung der beiden Stars öffentlich anschließen werden.

Falls sich der K.S.C. beim internationalen Skiverband nicht durchsetzen und es im kommenden Jahr statt des Super-G am Freitag die Superkombination geben sollte, liegt bereits ein Plan B vor. "Wir werden weiterhin unseren klassischen Hahnenkammsieger küren, auch wenn es dafür keine Weltcup-Punkte mehr geben wird", kündigte Huber an.

Die Läufer sollen mit einem attraktiven Preis ("Wir denken über einen Scheck, aber auch über ein Auto nach") für diese Kombination gewonnen werden. Heuer bekommt der "Hahnenkammsieger" 40.000 Euro, auf die Sieger der Abfahrt und des Slaloms wartet hingegen je ein 70.000 Euro-Scheck.

Erster Kombisieger in Kitzbühel in der Geschichte war der Brite Gordon Cleaver. Große Skiläufer haben sich bisher in die Ehrentafel eintragen können: Toni Sailer (1956), Karl Schranz (1966) oder Kjetil Andre Aamodt (1998, 1999, 2000, 2002). Letzter österreichischer Hahnenkammsieger war 2003 der Salzburger Michael Walchhofer.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel