Geschockt haben auch die Skidamen in Cortina auf den Sturz und die schweren Verletzungen von Hans Grugger in Kitzbühel reagiert. Keine einzige sah sich den Crash auf Video an, einig war man sich auch über die besten Genesungswünsche. Auch Ex-Rennläufer Kristian Ghedina ("Hans hat für einen Fehler bezahlt") und Weltmeister John Kucera ("Pech") äußerten sich zum Grugger-Unfall.

"Ich hab' es zum Glück nicht gesehen und werd's mir auch nicht anschauen", meinte etwa die Deutsche Maria Riesch und erklärte, wie man als Rennläuferin mit so etwas umgeht. "So tragisch das ist, man muss so etwas ausblenden." Sie hoffe aber auf eine rasche und gute Erholung von Grugger, so Riesch.

Auch die Österreicherinnen verzichteten darauf, sich den Crash anzusehen. "Es reicht, wenn man hört, was passiert ist", meinte Anna Fenninger. "Du musst so etwas wegstecken, und natürlich hoffst du stets, dass dir selbst sowas nicht passiert." Andrea Fischbacher sagte: "Es sieht so aus, als ob sowas immer wieder einfach passieren muss. Ich wünsche ihm von Herzen, dass er wieder ganz gesund und fit wird."

Wie bei allen Damen-Teams wurde der Unfall auch bei den US-Girls angesprochen. "Das war ein ganz schlimmer Sturz, wir sind alle schockiert", betonte Olympiasiegerin Lindsey Vonn. "Aber so etwas passiert in unserem Sport, in Kitzbühel sogar relativ oft. Wir dürfen uns als Rennläuferinnen nicht allzu viel damit auseinandersetzen. Ich kann ihm nur das Beste wünschen."

Kurz vor dem Grugger-Unfall hatten Vonn und Riesch neuerlich erklärt, irgendwann einmal liebend gerne die rennmäßig präparierte Streif hinunter fahren zu wollen. Das war auch am Tag danach noch so. Es dürfe aber nicht zu eisig sein, und es müsste mehr Kurven geben, waren sich die beiden einig. "Und ohne Bremsschwung wird es wohl nicht gehen", ergänzte Riesch. Vonn: "Ich mach' das sicher erst, wenn meine Karriere vorbei ist. Und dann nehme ich ganz langsame Ski."

Der italienische Ex-Rennläufer Kristian Ghedina hatte seinerseits selbst einen Crash auf der Streif überstanden und ist in die Geschichte eingegangen, weil er bei seinem Streif-Abschiedsrennen eine Grätsche über den Zielsprung gewagt hatte. "Hans hatte einfach Pech. Er ist für einen Fehler schwer bestraft worden", meinte der Cortinese, dessen "Kitz-Grätsche" längst zum Markenzeichen geworden ist und in Cortina den Eingang zum Weltcup-Zeremonienplatz ziert. "So etwas passiert in unserem Sport. Das ist unser Leben und unser Schicksal", sagte Ghedina.

Der kanadische Abfahrts-Weltmeister John Kucera, der sich selbst vergangene Saison schwerst verletzt hat und sich bei den Damenrennen in Cortina als Vorläufer wieder in Form bringt, sah das ähnlich. "Es ist immer traurig und hart, wenn jemand schwer stürzt. Egal ob es ein Konkurrent oder ein Teamkollege ist", betonte Kucera.

Die Fortsetzung seiner eigenen Karriere werde er deshalb aber nicht hinterfragen. Kucera: "Skifahren ist ein sehr gefährlicher Sport. Wir alle kennen das Risiko, Stürze und Verletzungen gehören dazu. Es war schrecklich zu sehen, aber Hans hatte einfach Pech. Er hat an der falschen Stelle verkantet."

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