Österreichs alpine Skiherren haben auf der Kitzbüheler Streif die zwei schwierigsten Rennen des Jahres zu bewältigen. Nach dem Sturz des Teamkollegen Hans Grugger am Donnerstag gelang es nicht allen, die schrecklichen Gedanken aus dem Kopf zu verbannen. "Sie haben es ganz gut bewältigt, der eine ist besser mit der Situation klar gekommen, der andere nicht so gut", so Cheftrainer Mathias Berthold.

Bei den Ausfällen von Klaus Kröll, vor allem aber Michael Walchhofer und Benjamin Raich, die Stürze gerade noch verhinderten, durchlitt er einige Schrecksekunden. "Es ist schade, dass sie ausgeschieden sind, weil sie auch ganz gut unterwegs waren", erklärte Berthold. "Aber wenn man gesehen hat, wie sie einen Sturz vermieden haben, bin ich eigentlich froh, dass sie herunten sind und dass sie morgen wieder gut an den Start gehen können."

Fehlen wird in der Abfahrt allerdings Raich, der auf ein Antreten verzichtet. "Ich bin nicht hundertprozentig fit und für diese schwierige Abfahrt muss man das unbedingt sein. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, in der Abfahrt nicht an den Start zu gehen und mich voll und ganz auf den Slalom am Sonntag zu konzentrieren", teilte der Pitztaler, der am Mittwoch Fieber hatte, mit.

Eine Entscheidung, die der sportliche Leiter natürlich teilt. Auch wenn das für den Gesamtweltcup heißt, dass der Kroate Ivica Kostelic davon ziehen könnte, denn Raich kann damit auch nicht an der klassischen Hahnenkamm-Kombination partizipieren. "Es geht einfach nicht, Gesamtweltcup hin oder her. Das ist natürlich blöd und ärgerlich für Benni, aber es nutzt nichts, wenn die Gesundheit nicht mitspielt, geht es nicht anders", sagte Berthold. Raich sei schon seit Wochen nicht fit, würde aber nicht darüber reden, weil er keine Ausreden suche.

"Es macht sicherlich keinen Sinn, auf der Streif zu fahren, denn es ist schon allein vom Psychischen her sehr, sehr hart das Ganze, und vom Körperlichen sowieso", merkte Berthold an. Für Samstag wünscht er sich von seiner Mannschaft: "Als Team gut sammeln, entschlossen auftreten. Die Jungs sind super eingestellt, sie freuen sich total auf das Rennen. Für diese zwei Stunden, die wir morgen haben, ist der volle Fokus auf das Rennen gerichtet."

Berthold hat auch mit seinen Athleten über den Sprung in der Mausefalle geredet, der dem nun auf der Intensivstation in Innsbruck liegenden Grugger zum Verhängnis geworden war: "Er geht relativ weit, er ist für die Abfahrt schön hergerichtet worden. Für die Athleten war vor allem wichtig, dass gut markiert ist, wo man zum Sprung abhebt. Im Training war das nicht so gut." Er habe auch mit Günter Hujara, dem FIS-Renndirekor darüber gesprochen, dass das gemacht werde.

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