Was den Schweizer Technikern Adelboden, das ist für Österreichs alpine Slalom-Asse Kitzbühel und Schladming. "Das sind immer ganz besondere Rennen für uns", sagte ÖSV-Slalomtrainer Christian Höflehner. "Davon träumt jeder Slalomfahrer schon als Kind, dort runterzufahren und zu gewinnen", gab der Coach seinen Läufern für den Ganslern am Sonntag mit auf dem Weg.

Es dürfte uns ganz gut liegen, und wenn wir alles rundherum ausblenden, dann freuen wir uns darauf. Der Vorteil der Slalomfahrer sei einerseits die räumliche Distanz zu dem Geschehnis am Donnerstag, als Hans Grugger im Abfahrtstraining so verhängnisvoll stürzte, andererseits aber auch der Umstand, dass die Athleten nicht auf der Streif, sondern nebenan auf dem Ganslern ihre Aufgabe meistern müssen, meinte Höflehner im Gespräch mit der APA. "Trotzdem ist es immer noch schwer genug." Wie schwierig es da erst für die Abfahrer sein müsse, die für ihr Rennen auch die Passage bei der Sturzstelle besichtigen.

Ob es Marcel Hirscher, Reinfried Herbst und Co. am Sonntag gelingen werde, die Gedanken an den Teamkollegen auszublenden, das werde man sehen, meinte Höflehner. Höchste Konzentration ist im Slalomsport eine Notwendigkeit, um Erfolg zu haben. "Wir haben darüber geredet, wie wie vorgehen sollen. Aber wir helfen ihm im Grunde auch nicht, wenn wir nicht fahren", weiß der Trainer. Die Läufer würden ganz unterschiedlich reagieren, der eine würde eher darüber reden wollen, der andere nicht. Es sei brutal schwer und eine spezielle Situation. Aber vielleicht sei es im Rennen dann mit Stress oder mit dem Adrenalin leichter möglich.

Herbst, der am Donnerstagabend den Nachtslalom in Westendorf bestritten hat, ging nach dem Ausfall im ersten Durchgang im zweiten als Vorläufer an den Start. "Er wäre lieber durchgekommen und schnell gewesen, aber es war ein gutes Training. Mit dem Ausfall musst du als Slalomfahrer umgehen können, dann brennst du für den Tag X, an dem es passen muss", sagte Höflehner, der am Samstag mit seiner Mannschaft in Westendorf trainierte.

Drei Läufer haben es in dieser Saison bereits auf das Podest geschafft. Hirscher gewann in Val d'Isere und wurde in Adelboden und Wengen jeweils Zweiter. Raich klassierte sich als Zweiter und Fünfter, Herbst einmal als Dritter. Mit den zuletzt errungenen Plätzen vier und fünf hat sich auch Mario Matt ins WM-Aufgebot gefahren, Manfred Pranger ist als Titelverteidiger der fünfte Mann in Garmisch-Partenkirchen. Christoph Dreier, Wolfgang Hörl, Patrick Bechter und Rainer Schönfelder, die vom ÖSV für den vorläufigen WM-Kader nominiert worden sind, haben nur noch Außenseiterchancen.

"Ich freue mich brutal, zurück in Österreich zu sein, denn diese Rennen in Kitzbühel und Schladming sind für uns die Highlights der Saison neben der Weltmeisterschaft", erklärte Hirscher. "Ich bin in den vergangen zwei Jahren beim Slalom in Kitzbühel immer in die Top Sechs gefahren, obwohl ich jeweils in einem Durchgang schwere Fehler hatte. So gesehen hoffe ich, dass ich in Kitzbühel endlich zwei ordentliche Durchgänge runterbringen kann." Wenngleich der Druck bei einem Heimrennen "schon gewaltig" sei. Vorjahressieger ist der Deutsche Felix Neureuther.

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