Von einer positiven Bilanz will Michael Huber, Präsident des Kitzbüheler Skiclubs (K.S.C.) und OK-Chef, nach den 71. alpinen Hahnenkammrennen nicht sprechen. Zu sehr steckt den Organisatoren noch der Schock über den Trainingssturz von Hans Grugger, der auf der Innsbrucker Uniklinik weiter im künstlichen Tiefschlaf liegt, in den Gliedern. 82.000 Fans besuchten die drei Rennen.

"Es ist schwierig, die richtigen Worte zu finden", sagte Huber im Gespräch mit der APA. "Nach diesem Horrorsturz können wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Dieser Unfall überschattet das Wochenende und trifft uns alle als Gemeinschaft, wir müssen das erst aufarbeiten." Ohne diesen Unfall, war Huber überzeugt, hätte es ein fast perfektes Wochenende werden können.

82.000 Skifans kamen zu den Bewerben, wobei die Abfahrt am Samstag mit 45.000 Zuschauern der große Publikumsmagnet war. Zum Slalom am Sonntag kamen 20.000 Zuschauer. Der Nacht-Slalom am Dienstag in Schladming, der inzwischen Kultstatus hat, sei dabei eine große Konkurrenz, ist Huber überzeugt. "Besonders die Fans aus der Steiermark, Salzburg, Kärnten und Oberösterreich zieht es vermehrt nach Schladming. Wir bauen auf die Fans aus Tirol, Südtirol und Bayern", erklärte Huber.

Die Neuerungen auf der Streif und die großen Investitionen der Kitzbüheler Bergbahnen, die im Vorjahr 30 Millionen Euro in die Modernisierung gesteckt hatten (sieben Millionen allein auf der Streif), hätten sich bewährt. "Einer der Höhepunkt dabei ist sicherlich die Parallelstreif, für die wir von allen Seiten gelobt wurden", berichtete der K.S.C.-Präsident.

Die Erneuerung und Erweiterung der Beschneiungsanlage kam zum richtigen Zeitpunkt, ist Huber überzeugt, ohne diese Modernisierung hätte es heuer keine Rennen gegeben. "Wir sind ja innerhalb von einer Woche durch vier Jahreszeiten gegangen", stellte Huber fest. "Auf einen kalten Winter kam der Frühling, dann der Sommerregen, schließlich der Herbst und pünktlich zu den Rennen wieder der Winter mit seinen herrlichen Bildern."

Besonders freute sich Huber auch über den Erfolg des Kroaten Ivica Kostelic, der die 71. Hahnenkammmrennen überstrahlte und mit 304 Weltcuppunkten und 125.100 Euro Preisgeld der große Abräumer war. "Er ist zurecht der Hahnenkammsieger", stellte Huber fest, "der perfekteste Skifahrer hat heuer diese Trophäe gewonnen. Das macht uns stolz."

Eine positive Bilanz zog auch Kitzbühels Bürgermeister Klaus Winkler: "Wir hatten hervorragende Witterungsverhältnisse und wunderbare Bilder gingen aus Kitzbühel in die ganze Welt. Die gesamte Logistik der Zuschauermassen am Renngelände und in der Innenstadt wurde hervorragend gemeistert. Besonders freut mich die perfekte Abwicklung der Festivitäten."

Rund 35.000 Fans verwandelten am Samstag die Kitzbüheler Innenstadt zur größten "Apres-Ski-Party" der Welt. Das Bestreben, den übermäßigen Alkoholkonsum einzubremsen, sei erfolgreich gewesen, sagte Winkler. So verzeichnete das Rote Kreuz von Freitag bis Sonntag nur 24 Einsätze, davon wurden 13 Abtransporte durchgeführt. Sechs Einsätze waren auf übermäßigen Alkoholkonsum zurückzuführen.

Auch die ÖBB, die heuer zum 15. Mal ihr Mobilitätspaket mit dem Hahnenkammexpress angeboten hatten, waren zufrieden. Mit 56.000 Personen wurde der Rekord aus dem Jahr 2009 mit 57.000 Fahrgästen nur knapp verfehlt. Die ÖBB setzten rund um Kitzbühel 300 Züge mit 75.000 Sitzplätzen ein. "Besonders junges Publikum hat unser Angebot angenommen", berichtete ÖBB-Sprecher Rene Zumtobel, "wir haben gezeigt, dass Bahnfahren in und cool ist."

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