Mit großen Hoffnungen ist Ruud Gullit am Mittwoch in Grosny empfangen worden. Mit "Gullit, Gullit"-Sprechchören hießen hunderte Anhänger des örtlichen Erstligisten Terek ihren neuen Star auf der Trainerbank willkommen. Der tschetschenische Präsident Ramsan Kadyrow beeilte sich, dem Niederländer vollste Sicherheit in der krisengeplagten nordkaukasischen Region zuzusichern.

"Nun hat Gullit in Tschetschenien nichts mehr zu befürchten", meinte Kadyrow, nachdem er Tereks Neo-Coach ein Shirt seines neuen Clubs überreicht hatte. Der 48-jährige Gullit hatte am 18. Jänner überraschend einen Vertrag beim Erstligisten aus der russischen Teilrepublik unterschrieben.

"Ich war schon in Ländern, die weitaus gefährlicher und ärmer waren, wo Menschen im Müll gelebt haben. Und ich habe gesehen, wie der Fußball ihnen Stolz gegeben hat", erklärte der Europameister von 1988 bei seiner Vorstellung. Erst Mittwoch waren bei einer Serie von Explosionen in der tschetschenischen Hauptstadt fünf Menschen, darunter drei Polizisten, verletzt worden.

Leben wird Gullit allerdings nicht in der überwiegend muslimisch geprägten Teilrepublik, sondern in der 300 Kilometer entfernten, christlich dominierten Stadt Kislowodsk. In dieser trainiert Terek auch, in Grosny selbst ist aufgrund der unsicheren Lage derzeit kein Training möglich. "Wir werden das Team wieder nach Hause zurückbringen. Verbrecher und Terroristen gibt es überall auf der Welt", versprach der kremltreue Republikchef Kadyrow.

Terek hatte die russische Premier League im Vorjahr auf dem 12. Platz unter 16 Mannschaften beendet. Gullit, der 1988 als Kapitän mit den Niederlanden den EM-Titel holte und zweimal mit dem AC Milan den Landesmeister-Pokal (1989, 1990) gewann, war zuletzt 2007/08 in den USA für Los Angeles Galaxy als Coach tätig gewesen.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel