Der Schweizer Fußball-Spielerberater und FIFA-Manager Vinicio Fioranelli ist laut ORF Radio Vorarlberg aus seiner Haft in der Vorarlberger Justizanstalt Feldkirch entlassen worden. Die römischen Staatsanwälte hatten gegen Fioranelli Ende Jänner einen Haftbefehl wegen Kursmanipulation im Zusammenhang mit dem gescheiterten Verkauf des italienischen Fußball-Spitzenclubs AS Roma im Jahr 2009 erlassen.

Es wurde auch bereits ein Antrag auf Auslieferung Fioranellis nach Italien gestellt. Rechtsanwalt Karl Schelling, der den im Bezirk Bregenz wohnhaften Fioranelli vertritt, erklärte gegenüber dem ORF, dass eine Begründung für die Haftentlassung noch ausständig sei. Die Freilassung bedeute nicht, dass die Auslieferung nach Italien hinfällig sei. Unmittelbar nach der Festnahme Fioranellis am 28. Jänner auf Basis eines EU-Haftbefehls hatte Schelling betont, sein Mandant werde mit den italienischen Behörden kooperieren.

Fioranelli soll mit Gerüchten über eine am Erwerb von Roma interessierte Schweizer Gruppe die Aktien des börsennotierten Vereins an der Mailänder Börse künstlich in die Höhe getrieben haben. Davon habe er selber profitiert, lautet der Verdacht der italienischen Justizbehörden. Im Rahmen derselben Untersuchung wurden in Rom drei weitere Unternehmer unter die Lupe genommen.

Bis zuletzt hatte die Erdölgruppe Italpetroli, Mehrheitsaktionär von Roma, im Jahr 2009 versucht, das eigene Fußball-Unternehmen an Fioranelli zu verkaufen. Italiens größtes Investmenthaus Mediobanca hatte mit dem Italo-Schweizer einen Preis von rund 300 Millionen Euro ausgehandelt. Doch wies der Geschäftsmann nicht die notwendige Dokumentation und Sicherheiten vor.

Die AS Roma gehörte bis im vergangenen Sommer über Italpetroli der römischen Unternehmerfamilie Sensi. Seit Juli steht der Club mehrheitlich im Besitz der italienischen Großbank Unicredit, die zurzeit einen Käufer für den Vizemeister sucht. Medienberichten zufolge laufen Verhandlungen mit US-Investoren, die am Erwerb des Vereins interessiert sein sollen.

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