Für Doppel-Weltmeisterin Elisabeth Görgl hat Gold in der Abfahrt "eine spezielle Bedeutung". Eine Wertung wollte die bald 30-jährige Steirerin (20. Februar), die zum Auftakt der alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Garmisch-Partenkirchen auch den Titel im Super-G geholt hatte, aber nicht vornehmen. Die aktuelle Speed-Königin im Interview:

Frage: Mit Super-G-Gold und dem Sieg in der Kombi-Abfahrt zähltensie zu den Topfavoritinnen für die Spezialabfahrt auf der Kandahar.Wie nervös waren Sie vor dem Rennen? Görgl: "Ich habe nicht gut geschlafen, ich war schon ein bisschenangespannt heute. Aber jeder Tag ist ein neuer Tag. Und mit einerMedaille in der Tasche geht es schon um einiges leichter. Ich wolltetrotzdem hundertprozentig fokussiert meine Arbeit machen." Frage: Welches Gold bedeutet Ihnen mehr? Görgl: "Ich möchte keine Wertung über die Medaillen abgeben. Fürmich war die erste Medaille ein Wahnsinn. Die ist jetzt auch einWahnsinn. Das ist alles ein Wahnsinn." Frage: War es ein Traumlauf? Görgl: "Nein, aber es war alles in allem schon ein sehr guterLauf. Jetzt würde ich nichts mehr anders machen. Bei der ersten Kurvewar ich gleich wieder auf dem Innenski, dann habe ich mir gesagt,jetzt musst du dich zusammenreißen. Ich habe das, was ich mirvorgenommen habe, gut umgesetzt. Ich habe alles gut gespürt, die Ski,mich. Und die Linie hat gut gepasst. Ich habe mich wohl gefühlt beimFahren, bin in einigen Passagen aber auch tiefer rausgekommen als inder Kombi-Abfahrt. Da dachte ich mir, das ist jetzt schon am Limit,aber ich habe immer noch den Ski gut durchgezogen. Die Zieleinfahrthabe ich sehr gut erwischt, es war wahrscheinlich die Ideallinie undvielleicht auch rennentscheidend." Frage: Wussten Sie heute in der Früh, dass das Ihre Verhältnissesind? Görgl: "Ja, schon. Ich mag den Schnee. Schon beim Einfahren habeich mich sehr gut gefühlt. Da geht es mir gut, wenn ich da fahrendarf." Frage: Den Super-G haben Sie auf ganz anderer Piste auch herrlichdominiert. Gibt es Verhältnisse, die Sie nicht mögen? Görgl: "Der Schnee kommt mir entgegen, weil du für den Schnee,egal ob es eisig oder weich ist, eine relativ aggressive Einstellungfahren kannst. Das kommt mir auch vom Fahrstil entgegen, weil mandirekt auf den Ski draufdrücken kann. Wenn es aggressiver oder auchweicher ist, musst du mit mehr Gefühl fahren, da habe ich oft meineProbleme, weil ich gerne direkt fahre. Von dem her waren das jetztschon glückliche Verhältnisse für mich. Von der Materialeinstellunghabe ich nichts geändert, ich bin den gleichen Schuh gefahren wie imSuper-G." Frage: Jetzt kommt mit dem Riesentorlauf noch jene Disziplin, inder Sie mehr als in den Speed-Bewerben als Medaillenwärteringehandelt werden. Wie wird es Ihnen gelingen, in der Euphorie denFokus zu halten? Görgl: "Das wird ganz leicht sein, weil es mir einfach gut geht.Das war heute noch einmal ein super, super Tag für mich. Jetzt kannich wirklich gelöst sein. Ich werde das voll genießen und freue michschon riesig auf den Riesen." Frage: Ihr Bruder Stephan hat nach seinem ersten Weltcup-Sieg 2004in Beaver Creek von einem Abzahlungsvertrag mit den Elterngesprochen. Was genau war das? Görgl: "Das ist lange her. Natürlich haben meine Eltern viel Geldin die Hand nehmen müssen, damit ich auch die Ausbildungen habemachen können. Ich habe ihnen das alles zurückbezahlt. Das ist schonlange erledigt."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel