Nachdem die offizielle FIS-Fahne an den nächsten Ski-WM-Austragungsort Schladming weitergegeben worden ist, hat der steirische Landtagsabgeordnete Werner Murgg am Montag Kritik über die "undurchsichtigen" Finanzflüsse geübt und die Befürchtung geäußert, dass es für die WM 2013 zu einer Kostenexplosion kommen könnte.

Recherchen der KPÖ zu Folge seien bisher 144 Mio. Euro an Landeszuschüssen geflossen bzw. geplant. Das Büro von Landeshauptmann Voves wies den Vorwurf der Kostenüberschreitung zurück. Murgg hat an alle Regierungsmitglieder Anfragen geschickt, mit der Bitte um genaue Ausgaben, die im Zeichen der Ski-WM in ihrem Ressort bisher getätigt wurden oder geplant sind. Die Zahlen wolle er dann zusammenzählen, um einen Überblick zu bekommen, wie viel Geld tatsächlich bereits für Schladming ausgegeben worden sei, denn "bisher wurde noch nie ein finanzieller Gesamtrahmen genannt", erklärte der Mandatar in einer Pressekonferenz.

"Offiziell im Landtag beschlossen wurde lediglich ein Paket von 48,6 Mio. Euro im Februar 2010," so ein Vorwurf. Der Großteil der anderen Posten, die die KPÖ bei ihren Recherchen entdeckte, seien "über- und außerplanmäßige Ausgaben", die über Jahre hinweg versteckt in Beschlüssen untergebracht worden seien. Zusammengerechnet komme man auf die Summe von 108 Mio. Euro. Hinzu kämen 36 Mio. Euro aus dem Konjunkturausgleichsbudget. Eingerechnet seien dabei laut Murgg zum Beispiel Bewerbungskosten, Förderungen für Straßen- und Bahnausbau, für das Zielstadion sowie für Marketingmaßnahmen und Grundstücksablösen.

Abgesehen von der Höhe dieser Förderungen, die vermutlich noch höher als bisher angenommen sein dürften, stößt sich der Abgeordnete an der "Verschleierungstaktik." Er erwarte sich auch genaue Zahlen über den vom Bund bisher geleisteten Zuschuss. Während in allen Ressorts 25 Prozent Einsparungen beim Budget verordnet wurden, halte er Aussagen, wonach die WM in Schladming mehr als nur ein Sportevent sein soll, für "Größenwahn". Er unterstütze nur wirklich notwendige Investitionen wie etwa in den öffentlichen Verkehr und Straßen. Die Nachhaltigkeit einiger Millionenzuschüsse würde sich lediglich "nachhaltig in den kommenden Budgets bemerkbar machen", so Murgg.

Aus dem Büro von Landeshauptmann Franz Voves hieß auf APA-Anfrage, dass man gerne bereit sei, Murgg "jede Aufklärung des verbreiteten Wirr-Warrs" zu liefern: "Es gibt keine Kostenüberschreitung. Alle Projekte sind in Plan. Murgg und die KPÖ scheinen eine der wenigen zu sein, die sich keine WM in der Steiermark wünschen."

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