Vor den Spielen gegen Erzrivale Rapid am kommenden Sonntag sowie gegen Meister Salzburg am 20. März präsentierte sich die Wiener Austria in Innsbruck nun als Meister der Effizienz. Mit dem vierten Sieg im fünften Frühjahrsspiel legten die Violetten gegenüber dem gegen das Schlusslicht strauchelnden Zweiten Sturm Graz vor. Den Anspruch auf die erfolgreiche Titelverteidigung bekundete auch Salzburg.

Ein Torverhältnis von 14:2 und 13 von 15 möglichen Punkte stehen bei der Austria nach dem Start ins Jahr 2011 zu Buche. Auch der zuvor im Frühjahr unbesiegte Aufsteiger konnte den Lauf der Favoritner am Tivoli nicht stoppen. Der 3:0-Sieg gegen Wacker Innsbruck war ein weiterer Schritt Richtung Meistertitel. Ein Ziel, von dem Trainer Karl Daxbacher jedoch noch nicht reden will. "Das ist zu früh", sagte Daxbacher. Wo die Austria stehe, werde das große Wiener Derby zeigen.

Der Erfolg in Tirol war trotz des klaren Resultats schwer erarbeitet. Die Innsbrucker bereiteten den Gästen mit Pressing in der ersten Hälfte Probleme, hätten vor dem Seitenwechsel sogar in Führung gehen müssen. Nach dem 1:0 durch Tomas Jun unmittelbar vor dem Pausenpfiff zeigte die Austria aber ihre Stärken. "Wir arbeiten im Training immer daran, nicht nur gut und schön zu spielen, sondern auch effektiv", erklärte Daxbacher. Dies bestätigte Torschütze Zlatko Junuzovic: "Wir haben nicht den schönsten Fußball gespielt. Aber wir waren effektiv."

In der Nachbetrachtung der Partie waren sich die Trainer fast einig. Auch Wacker-Coach Walter Kogler war trotz der Niederlage halbwegs zufrieden und verglich das 0:3 mit der Heimniederlage gegen die Austria im Herbst: "Damals hatten wir in 90 Minuten eine halbe Chance, heute war es doch etwas anders." Auf Wacker warten nun zwei Auswärtspartien. Zuerst am Mittwoch das Nachtragsspiel in Kapfenberg und dann beim Schlusslicht LASK. "Aus beiden Spielen wollen wir etwas mitnehmen", kündigte Kogler an. Auch wenn nach dem 0:3 die Tiroler geknickt in ihre Kabine schlichen, so hatten sie doch gezeigt, dass sie mit dem Spitzenreiter mithalten konnten.

In Graz gab das Schlusslicht aus Linz das erste Lebenszeichen unter Neo-Coach Walter Schachner. Nach einem Treffer von Aridane Tenesor durften die Athletiker sogar vom ersten Auswärtssieg seit 24. April des Vorjahres - damals in Graz - träumen. Sturms Parade-"Joker" Mario Haas bewahrte die Grazer mit seinem 142. Liga-Tor per Foul-Elfmeter aber vor einem kompletten Ausrutscher. "Das Ergebnis ist natürlich enttäuschend", gab Sturms Mario Kienzl unumwunden zu.

Nach 4:0- und 5:0-Erfolgen gegen den Nachzügler im Herbst hatten sich nicht nur die Fans der "Blackies" mehr ausgerechnet. Trainer Franco Foda war mit dem Gesehenen dementsprechend unzufrieden und sparte nicht mit Kritik. "Der eine oder andere Spieler muss sich steigern und mehr investieren. Wenn man oben steht, wird die Luft dünner", erklärte der Deutsche, der auch für Pfiffe aus dem Fan-Sektor Unverständnis zeigte: "Wer glaubt, man gewinnt solche Spiele im Schongang 3:0 - diese Zeiten sind vorbei." Beim klar verbesserten LASK stellte sich indes mit einem Spiel Verspätung der Trainereffekt ein.

Die seit 13 Runden sieglosen Linzer zeigten im zweiten Spiel unter Schachner eine deutliche Leistungssteigerung als unter dem glücklosen Georg Zellhofer. "Wir stehen sehr, sehr kompakt. Wer Walter Schachner kennt, der weiß, dass er auf diese Dinge sehr viel Wert legt", analysierte Torhüter Thomas Mandl. Der von Spieler-Seite hochgelobte Coach rief trotz der leicht aufkommenden Euphorie die acht Zähler Rückstand auf den Vorletzten Mattersburg ins Gedächtnis. "Der Punkt ist sehr schön, aber wir sind noch immer weit hinten", meinte Schachner.

Salzburgs Glücksbringer im Meisterschaftskampf heißt offenbar Eddie Gustafsson. Mit der Rückkehr des Kapitäns ins Tor des Meisters kehrte auch der Erfolg zurück. Mit einem mühsamen 2:0 gegen den SV Mattersburg fand Salzburg nach holprigem Frühjahresstart wieder in die Spur zurück. Gerade rechtzeitig, warten mit Spielen gegen die unmittelbaren Titelkonkurrenten Ried (a) und Austria (h) doch zwei richtungsweisende Runden. Nach 24 Matches liegt Salzburg vier Zähler hinter der Austria.

"Es wird jetzt jedes Spiel wichtig und muss gewonnen werden. Wir sind wieder mit dabei im Titelrennen. Und ich rechne auch noch ganz stark mit Rapid", gab Coach Huub Stevens nach dem Arbeitssieg zu Protokoll. Dass die Leistung seiner von Verletzungssorgen geplagten Elf nicht unbedingt das Gelbe vom Ei war, war aber nicht nur dem Niederländer bewusst. "Das Tor war Glück. Wir haben uns schwergetan und hatten einige Abstimmungsfehler. Aber wir sind auf einem guten Weg", meinte Simon Cziommer, der den siebenten Heimsieg der Saison mit einem abgefälschten Freistoß eingeleitet hatte.

Mattersburg verließ Wals-Siezenheim mit der Gewissheit, eine Überraschung verpasst zu haben. Der in der ersten Spielhälfte allein auf Gustafsson zulaufende Michael Mörz hätte dem Spiel wohl eine andere Note geben können. Trainer Franz Lederer war sogar ein wenig erbost: "Wir haben letztendlich gegen eine sehr schlechte Salzburger Mannschaft aufgrund unserer Naivität verloren."

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel