Foltervorwurf im Gastgeberland der Fußball-WM 2018. Ein Ex-Profi des russischen Erstligisten Kuban Krasnodar hat in einem Brief an die FIFA und UEFA von Prügel und Drohungen berichtet. Bewaffnete Männer hätten ihn solange geschlagen, bis er seinen Vertrag aufgelöst habe, schrieb Nikola Nikezic nach Angaben der Moskauer Zeitung "Kommersant" an FIFA-Boss Blatter und UEFA-Präsident Platini.

Gegenüber der internationalen Profi-Fußballervereinigung (FIFPro) berichtete Nikezic Details. Ein Offizieller von Kuban hätte ihn am 7. März in ein Zimmer beordert. Nachdem er sich geweigert hatte, eine Vertragsauflösung zu unterschreiben, sei er von zwei Männern in die Rippen geschlagen und gewürgt worden. "Sie haben gedroht, dass ich behindert sein könnte", meinte der Montenegriner. Unter Todesangst habe er unterschrieben. "Am Weg hinaus hat sich einer umgedreht und gemeint: Eine Menge Russen leben in Montenegro und sie können mich oder ein Mitglied meiner Familie jederzeit finden."

Neben Nikezic erhob auch der serbische Profi Sreten Sretenovic schwere Vorwürfe gegen Kuban. Auch er sei im Jänner unter Drohungen dazu gedrängt worden, einer vorzeitigen Vertragsauflösung zuzustimmen. Der Generalsekretär der russischen Spieler- und Trainervereinigung, Nikolai Grammatikow, forderte schwere Sanktionen gegen den Verein. Nikezics Bericht sei kein Einzelfall im russischen Fußball, sagte er.

Da er dem russischen Verband keine objektive Aufklärung des Falls zutraue, habe er sich trotz Drohungen direkt an Blatter und Platini gewandt, schrieb Nikezic in seinem Brief. Kubans Geschäftsführer Suren Mkrtschjan kündigte an, den Ex-Stürmer wegen "Lügen und Verleumdung" zu verklagen.

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