UEFA-Präsident Michel Platini bläst zum Angriff auf das große Schuldenmachen im europäischen Fußball. In seiner zweiten vierjährigen Amtszeit wolle er sich für das finanzielle Fair-Play und gegen Korruption einsetzen, sagte Platini in einem Interview der französischen Sportzeitung "L'Equipe".

"Wenn man sich fragt, ob ich den Mut haben werde, die renommierten Vereine zu bestrafen, dann lautet die Antwort ja", erklärte der Franzose, der sich am Dienstag auf dem UEFA-Kongress in Paris ohne Gegenkandidat zur Wiederwahl stellt.

Das frühere Idol der "Equipe tricolore" betonte, im europäischen Fußball gebe es ein Gesamtdefizit von 1,2 Milliarden Euro, das eine Gefahr darstelle. "Die Vereine kennen die Regeln, und ich werde sie noch vor dem Sommer anschreiben, um sie daran zu erinnern, dass unsere Glaubwürdigkeit uns dazu zwingt, bis zum Ende zu gehen", so Platini. Der 55-Jährige fügte an, er wolle auch die Korruption im Fußball bekämpfen und die Rolle der Nationalmannschaften stärken.

Über das Thema Nationalteams wollten die Mitgliedsverbände der UEFA im September bei einem "strategischen Treffen" beraten. Man wolle unter anderem Spielkalender und Turniere auf den Prüfstand setzen und versuchen, ein Gleichgewicht zwischen Vereinen und Nationalmannschaften zu finden, so Platini.

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