Nachgefragt bei der Deutschen Maria Riesch, die am Samstag erstmals in ihrer Karriere alpine Ski-Weltcup-Gesamtsiegerin geworden ist:

Frage: Was bedeutet Ihnen dieser Erfolg?

Maria Riesch: "Das ist das Größte überhaupt für mich. In der Außenwirkung sind Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften und Olympia höher, aber für mich als Sportlerin ist der Gesamtweltcup das Größte, das man erreichen kann, auch von der sportlichen Seite her das Hochwertigste. Das ist der größte Traum, der in Erfüllung geht, das haben erst zwei deutsche Alpine vor mir geschafft."

Frage: Welche Emotionen kamen hoch, als Sie von der Rennabsage erfahren haben?

Riesch: "Ich habe er erst nicht so richtig glauben können, dass ich das heute kampflos gewonnen habe. Was die Saison betrifft, kann man nicht sagen, dass es kampf- oder tatenlos war. Da wird einem erst im Nachhinein bewusst, was das Rennen gestern für eine Bedeutung hatte. Natürlich war es eine riesengroße Befreiung. Ich hätte heute alles gegeben, ich hätte vielleicht auch einen Nummernvorteil gehabt, aber man weiß ja nie, wie es ausgeht. Die Erleichterung war deswegen groß. Ich habe viele Jahre dafür gekämpft und war oft einigermaßen nah dran. Dass es heuer endlich so weit ist, ist eine riesengroße Freude, eine Erleichterung, ein Glücksgefühl. Man kann es nicht beschreiben."

Wären Sie das Rennen heute noch gerne gefahren?

Riesch: "Na ja, das wäre ganz darauf angekommen, wie es ausgegangen wäre. Wenn ich knapp das Nachsehen gehabt hätte, hätte ich im Nachhinein natürlich gesagt, es wäre besser gewesen, es wäre ausgefallen. Aber wenn man sich die Wetterbedingungen anschaut, dann wäre heute kein fairer Riesenslalom möglich gewesen. Auch in anderen Disziplinen sind heuer Rennen ausgefallen. Es ist halt einfach ein Freiluftsport. Man muss das so nehmen, wie es ist. Es ist denkbar knapp mit drei Punkten. Über 1.700 Punkte für beide, das hätte in den letzten Jahren jedes Jahr gereicht zum Weltcupsieg. Bei so vielen Rennen so viele Punkte, dass das so knapp für mich reicht, ist natürlich auch Glück, aber auch eine gute Leistung über die ganze Saison. Aber sicher hätte es sich die Lindsey (Vonn/Anm.) genauso verdient gehabt."

Frage: Sie sind Olympiasiegerin, Weltmeisterin und nun Gesamtweltcupsiegerin. Welche Ziele haben Sie noch?

Riesch: "Ich habe vor allem Spaß beim Skifahren - das ist klar, wenn es so gut läuft. Ich habe so eine super Saison gehabt. Auch wenn es mit dem Gesamtweltcupsieg nicht geklappt hätte, wäre das wieder der Ansporn gewesen für das nächste Jahr. Aber wenn man belohnt wird für die Mühen, die man im Sommer auf sich nimmt mit dem harten Training, ist die Belohnung im Winter dafür neue Motivation, das wieder und wieder zu erleben. Ich bin 26 Jahre alt und eigentlich am Höhepunkt meiner Karriere. Ich sehe keinen Grund, warum ich es lassen sollte."

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