Austria Wien ist wieder Tabellenführer, aber der Kampf um den Titel in der Bundesliga hat sich durch das 1:1 am Sonntag im Schlager in Salzburg gegen Red Bull noch weiter zugespitzt.

Die ersten Sechs der Tabelle liegen innerhalb von nur sechs Punkten. Und so spielen einander der mit drei Zählern zurückliegende drittplatzierte Meister und sein führender Vize die Favoritenrolle gegenseitig zu.

"Wir haben noch zehn Runden, da ist noch viel möglich. Für mich ist Austria Wien Favorit", meinte nach dem guten und spannenden Gifpeltreffen der 26. Runde "Bullen-Dompteur" Huub Stevens, während sein Widerpart Karl Daxbacher die Situation an der Spitze so sieht: "Es ist noch alles offen, Favorit ist und bleibt für mich Salzburg." Der neutrale Beobachter könnte sich genauso gut vorstellen, dass am Ende des Tages ein anderer vielleicht doch zum lachenden Dritten wird.

Der Niederländer, der vom besten Saisonspiel des Titelverteidigers sprach, trauerte nach der frühen Führung durch das insgesamt sechste Liga-Tor des Serben Milan Dudic per Kopf dem Sieg nach: "Wir benötigen einfach zu viele Chancen, hingegen genügt der Austria eine. Es war viel mehr drinnen. Als Jäger muss man so ein Spiel gewinnen." Salzburgs Defensiv-Allrounder Franz Schiemer empfand den Punkt letztlich als gerecht, "obwohl unsere Chancenauswertung teilweise wieder katastrophal war". Wenn man daheim 1:0 führt, dann seien es verlorene Zähler, meinte der Ex-Austrianer.

Für Torhüter Eddie Gustafsson hätten sich die Hausherren den Sieg verdient gehabt, für ihn lebe die Titelchance aber nach wie vor. Der Schwede wahrte seine tolle Serie. Mit dem Kapitän sind die Festspielstädter seit 24 Liga-Partien oder 17. Oktober 2009 (auswärts gegen Austria 0:1 durch Junuzovic) ohne Niederlage. Sein junger Gegenüber, U21-Teamspieler Heinz Lindner, stand Gustafsson kaum nach. Er blieb mit nunmehr vier Gegentoren in sieben Spielen jener Schlussmann, der in diesem Jahr am wenigsten hinter sich greifen musste.

Daxbacher war aufgrund der zweiten Spielhälfte mit dem Resultat sehr zufrieden. "Da haben wir uns eindeutig gesteigert. Ich bin sehr froh und stolz, dass wir den Ausgleich erzielt haben. Bei dieser engen Tabellenkonstellation ist jedes Tor, jeder Punkt enorm wichtig", gestand der 57-Jährige, dessen Schützlinge in der Fremde den 28. Punkt der Saison geholt haben und seit 19. Juli 2009 (1:2 in Salzburg) in nun schon sechs Vergleichen mit den Salzburgern unbesiegt sind (2-4-0).

Vor allem auch dank "Bullen"-Spezialist Zlatko Junuzovic, der nach der Pause mit dem Ausgleich das dritte Saisonremis der zwei Rivalen fixierte. Von den sechs Toren der Violetten in den jüngsten sieben Duellen mit den Salzburgern hat er vier erzielt. "Für mich ist es immer ein Super-Höhepunkt, gegen Salzburg zu spielen", sagte Österreichs Fußballer des Jahres, der zum Titelrennen meinte: "Der eine Punkt Vorsprung bedeutet nichts." Und zwar deshalb, weil jeder jeden schlagen könne. Das Spitzenspiel hätten beide gewinnen können.

Julian Baumgartlinger, der eine sehr intensive Partie mit einem offen Schlagabtausch nach der Pause sah, stellte vor der zweiwöchigen Länderspielpause zufrieden fest: "Wir stehen nicht ganz unverdient da oben, haben aber noch viel Arbeit vor uns, das zu bestätigen. Wir gehen auf jeden Fall sehr optimistisch in die Pause."

Zufrieden Zwischenbilanz zogen auch die Statistiker. Mit dem besten Besuch (44.100/Schnitt 8.820) seit der 13. Runde wurde nach inoffiziellen Berechnungen die Ein-Millionen-Besucher-Grenze am Wochenende übertroffen. Zu den bisher 130 Bundesliga-Spielen kamen 1,040 Mio. Zuschauer (Schnitt 8.000).

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