Bosnien-Herzegowina droht die internationale Fußball-Isolation. Dieses Szenario zeichnet sich ab, nachdem der nationale Verband (NFSBiH) am Dienstag in Sarajevo keine Einigung auf die von FIFA und UEFA geforderte Statutenänderung mit nur einem Präsidenten an der Spitze erzielt hat. 28 der 54 Mitglieder stimmten auf einer Sitzung gegen die Aufhebung der bestehenden Strukturen.

Diese sehen vor, dass ein Serbe, ein Kroate und ein ethnischer Muslim rotierend den NFSBiH-Chefposten bekleidet. "Ich trage keine persönliche Verantwortung für das Scheitern, weil ich habe diese Entscheidung nicht alleine getroffen", sagte der aktuelle serbische NFSBiH-Vorsitzende Bogdan Ceko, der gegen die Satzungsänderung gestimmt hatte. Mit dem Ergebnis der Abstimmung dürfte sich das Balkanland selbst ins Abseits befördert haben. Der Welt- und Europa-Verband hatte Bosnien-Herzegowina bis 1. April ein Ultimatum eingeräumt, den Status quo aufzugeben.

"Sollten die notwendigen Änderungen nicht vollzogen werden, wird der Verband suspendiert", erklärte UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino im Rahmen des jüngsten UEFA-Kongresses vergangene Woche in Paris. Sollte es tatsächlich so weit kommen, müsste Bosnien-Herzegowina auch aus der laufenden EM-Qualifikation aussteigen. In der Gruppe D liegt das Land hinter Frankreich (12 Punkte), Weißrussland und Albanien (je 8) mit sieben Zählern auf dem vierten Tabellenrang. Im nächsten Bewerbspiel steht am 3. Juni auswärts Rumänien auf dem Programm.

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