Bosnien-Herzegowina hat auf die drohende internationale Fußball-Isolation reagiert. Bakir Izetbegovic, das muslimische Präsidiumsmitglied des bosnischen Fußball-Verbandes (NFSBiH), bat in einem an FIFA-Präsident Joseph Blatter sowie UEFA-Boss Michel Platini adressierten Brief um eine "zweckmäßige Lösung", damit es zu keiner Sperre des NFSBiH durch den Welt- (FIFA) und Europa-Verband (UEFA) kommt.

Der bosnische Verband hat nämlich in Sachen Führung dasselbe Rotationssystem wie an der Staatsspitze. Bosnien hat entsprechend dem Dayton-Friedensabkommen, mit welchem Ende 1995 der dreijährige Krieg beendet wurde, ein dreiköpfiges Staatspräsidium, in welchem die drei Staatsvölker - Bosniaken (Muslime), Serben und Kroaten - je einen Vertreter haben und sich an der Führungsspitze im Laufe einer Funktionsperiode ablösen.

Dieses Verbands-Statut wollten FIFA und UEFA bis Ende März geändert sehen, anstatt des dreiköpfigen Präsidiums sollte es künftig nur noch einen einzigen NFSBiH-Boss geben. 28 von 54 Verbands-Mitgliedern, ausschließlich Vertreter der bosnischen Serben und Kroaten, hatten sich aber am Dienstag gegen diese Statut-Änderung ausgesprochen.

"Wir wissen natürlich, dass Bosnien-Herzegowina ein komplexer Staat ist. Es wäre aber ein Unglück, wenn das verantwortungslose Verhalten unserer Verbandsmitglieder nun dazu führt, dass unsere Spieler und Fußball-Clubs nicht mehr an internationalen Bewerben teilnehmen können", schrieb Izetbegovic an Blatter und Platini. Dieser Brief dürfte aber weder die FIFA noch die UEFA besänftigen. Denn vonseiten der UEFA war am Donnerstag zu vernehmen: "Wir warten noch auf Informationen, aber die Sperre tritt ab 1. April in Kraft."

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