Die FIFA hat am Dienstag ein sechsköpfiges Notfall-Komitee nominiert, um die Probleme mit Bosnien-Herzegowina zu beseitigen. Laut FIFA-Angaben haben sechs nationale Fußball-Persönlichkeiten bereits ihre Arbeit aufgenommen, um die seit April gültige internationale Sperre von Bosnien-Herzegowina so schnell wie möglich zu beenden. Dem Komitee gehört u.a. auch Ex-Sturm-Graz-Trainer Ivica Osim an.

Der Vielvölkerstaat Bosnien-Herzegowina lehnt einen einzigen Präsidenten als Verbandsboss ab. Derzeit stehen der Organisation drei Chefs vor. Der bosnische Fußball-Verband hat in Sachen Führung dasselbe Rotationssystem wie an der Staatsspitze. Bosnien hat entsprechend dem Dayton-Friedensabkommen, mit welchem Ende 1995 der dreijährige Krieg beendet wurde, ein dreiköpfiges Staatspräsidium, in welchem die drei Staatsvölker - Bosniaken (Muslime), Serben und Kroaten - je einen Vertreter haben und sich an der Führungsspitze im Laufe einer Funktionsperiode ablösen.

Dieses Verbands-Statut wollten FIFA und UEFA bis Ende März geändert sehen. Da aber die serbischen und kroatischen Verbandsvertreter eine solche Lösung abgelehnt hatten, trat mit April nun die Sperre in Kraft. Die bosnische Nationalmannschaft und die Clubteams dürfen bis zur Lösung des Problems nicht an internationalen Wettbewerben teilnehmen. Anfang Juni stünden für die Bosnier zwei EM-Qualifikations-Partien gegen Rumänien und Albanien auf dem Programm.

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