Ohne Urteil ist am Montag ein Zivilprozess um rund 1,2 Mio. Euro zwischen den beiden derzeit im Konkurs befindlichen Kärntner Fußball-Vereinen FC Kärnten und SK Austria Kärnten zu Ende gegangen. Die Forderungen des FC Kärnten stammen aus dem Jahr 2007, als auf Betreiben des damaligen Landeshauptmanns Jörg Haider in Klagenfurt plötzlich Pasching als neuer Bundesligist präsentiert wurde.

Der damalige Zweitligist FC Kärnten gab Spieler und einen Sponsorvertrag ab und schlitterte Ende 2008 in die Insolvenz, Austria Kärntens Konkurs folgte im Juni 2010. Die Insolvenzen führten zu der skurrilen Situation, dass sich am Montag zwei Masseverwalter - nämlich die Rechtsanwälte Kurt Hirn und Roland Grilc - vor dem Richter trafen. Bei der Etablierung des SK Austria Kärnten im Sommer 2007 hatte der FC Kärnten auf den bereits bestehenden Sponsorvertrag mit dem Kärntner Energieversorger Kelag verzichtet. Dafür waren Ausgleichszahlungen vereinbart worden, rund 500.000 Euro sind aber laut Klagseite bis heute nicht geflossen.

Der Rest des geforderten Betrages betrifft die sogenannte Ausbildungsentschädigung. Immerhin sind im Jahr 2007 rund 150 Nachwuchskicker des FC Kärnten aus der Nachwuchsakademie zur Austria Kärnten transferiert worden. Ob die Ansprüche zurecht bestehen, ließ sich für Beobachter am Montag nur schwer ausmachen.

Die Etablierung des ehemaligen FC Pasching war in Klagenfurt nämlich unter enormem Zeitdruck passiert. Eine erste Vereinbarung zwischen FC Kärnten und Austria Kärnten im Juni 2007 war etwa auf zwei Seiten "im Büro des Landeshauptmanns schnell geschrieben" worden, berichtete ein Zeuge. Der Richter vertagte den Prozess, Ex-Austria Kärnten Präsident Mario Canori war wegen eines Missverständnisses bei der Ladung zum Termin seitens des Gerichtes nämlich nicht gekommen.

Ein weiteres Detail im Fußball-Konkursreigen: Wie die "Wiener Zeitung" in ihrer am Dienstag erscheinenden Ausgabe berichtet, hat Masseverwalter Grilc inzwischen Forderungen in der Höhe von zwei Mio. Euro seitens der Hypo Alpe Adria Bank anerkannt. Die Hypo hatte dem SK Austria Klagenfurt im Jahr 2007 fünf Mio. Euro für den Stadionahmen des damals neuen Klagenfurter EM-Stadions hingeblättert. Da nach drei Spielzeiten bei der Austria Schluss war, will die Hypo nun einen aliquoten Anteil zurück. Da die von Masseverwalter Grilc erwartende Konkursquote derzeit jedoch bei lediglich zwei Prozent liegt, dürfte die Hypo nicht mehr als 40.000 Euro bekommen.

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