Sturm Graz ist in der Fußball-Bundesliga auf dem Weg zum dritten Meistertitel nach 1998 und 1999. Doch nicht alles scheint bei den Steirern rosig. Zu den positiven Meldungen der vergangenen Wochen mischten sich auch einige Misstöne. Club-intern sollen Stimmen laut geworden sein, wonach dem Verein ein Titelgewinn gar nicht gut täte. Finanziell soll ein solcher eine zu große Belastung darstellen.

Die sportliche Euphorie nach den Kantersiegen gegen Kapfenberg und Mattersburg ist in der Landeshauptstadt zweifellos groß. Umso größer ist deshalb auch der Ärger über die fünf Runden vor Saisonende wohl entbehrlichen Querschüsse. "Das ist Blödsinn. Der Präsident hat bereits die richtige Antwort gegeben. Alle wollen den Titel, alles andere ist kein Thema", betonte Trainer Franco Foda. Auch der mit Vertragsverhandlungen eingedeckte Sportdirektor Oliver Kreuzer blies ins selbe Horn.

Gemunkelt wird, dass ein Titel Sturm finanziell zu sehr belasten würde. Allein die Meisterprämien würden einiges Geld verschlingen, auch wenn sie zu großen Teilen von Sponsorgeldern gedeckt sein sollen. Für Präsident Gerald Stockenhuber sind ebensolche Aussagen jedenfalls mehr als kontraproduktiv. "Wir wollen den Titel", stellte der Club-Boss klar und drohte laut einem Bericht der "Kleine Zeitung" mit Konsequenzen, die bis zu einer Kündigung führen könnten.

Gefallen lassen muss sich die sportliche Leitung jedoch den Vorwurf, in Personalfragen äußerst vorsichtig zu agieren. Erst Ende April starteten die intensiven Gespräche mit im Sommer ablösefreien Profis, getan hat sich noch wenig. Ein in den vergangenen Wochen wichtiger Samir Muratovic soll zu teuer sein und selbst "Sturm-Legende" Mario Haas muss um einen Verbleib bei seinem Stammclub zittern. Die Stammkräfte Mario Kienzl und Ferdinand Feldhofer haben ebenfalls noch nicht unterschrieben.

"Es gibt bei niemandem eine definitive Entscheidung, dass er im Sommer weg ist", versuchte Foda zu beruhigen. Heißt: Keine fixen Zusagen, aber auch keine Absagen. Am Montag könnten aber einige Fragen beantwortet werden, da steht eine Vorstandssitzung auf dem Programm.

Auch die Rolle von Frank Stronach bei Sturm scheint weiter unklar. Der Mäzen stieg im Oktober des Vorjahres bei den Steirern ein und brachte im Winter als Mitgift Patrick Wolf an die Mur. Über Form und Größenordnung der Stronach-Zuwendungen werden bei Sturm aber weiterhin keine offiziellen Angaben gemacht.

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