Der Trainer des deutschen Bundesligisten VfL Wolfsburg, Felix Magath, geht von einem Sieg der DFB-Auswahl im EM-Qualifikationsspiel am 3. Juni in Wien gegen Österreich aus. "Wir müssen punkten, um die Chance für die Quali am Leben zu halten", sagte dagegen ÖFB-Präsident Leo Windtner vor einem Fußball-Talk in Linz. Die Schemen von Cordoba solle man aber in der Vergangenheit lassen.

Ob Werder-Bremen-Legionär Marko Arnautovic, der immer wieder mit Ausrastern unangenehm auffällt, zum Team gehören wird, ließ Windtner offen. Man müsse einschätzen, was der 22-Jährige bringe. Österreich sei nicht überzogen mit Top-Individualisten und Arnautovic könne helfen, "weil er ein Fußballer ist, der Genieblitze spontan loslässt", so der Präsident. Es habe für ihn bisher keinen Anlass gegeben, einzuschreiten.

Für den als "Quälix" bekannten Magath stellt sich die Frage, ob ein undisziplinierter Spieler vom Team getragen werden kann. Oft mache aber gerade das die Stärke einer Elf aus. "Solange eine Mannschaft solche Einzelspieler toleriert und akzeptiert, geht das", meinte er.

Die Ambitionen von Dietrich Mateschitz im deutschen Fußball mit dem derzeitigen Regionalligisten RB Leipzig liegen für Magath klar auf der Hand. "Er will in die Bundesliga." In Österreich könne Mateschitz nicht die Bedeutung erlangen, wie sie Red Bull als Weltmarke brauche. "Da ist es nur konsequent, wenn er sich in einer stärkeren Liga umschaut. Die Standortwahl mit Leipzig ist sehr gut, die Infrastruktur erlaubt Champions-League-Spiele." Was der Sponsor brauche, sei Geduld. "Ich bin sicher, dass er die Ausdauer hat und wir RB Leipzig in der Bundesliga sehen werden", sagte Magath.

Von den österreichischen Legionären in Deutschland hob der Coach Christian Fuchs (Mainz) hervor. "Ich war letztes Jahr an Fuchs interessiert, er ist ein Spieler, den ich mir vorstellen kann." Martin Stranzl (Mönchengladbach) hätte er gern trainiert. Immerhin habe er ihn selbst im Sommer 2004 nach Stuttgart geholt. Noch vor Saisonbeginn aber ging Magath zu den Bayern.

Die vielen Trainerwechsel, sein Start mit vier Niederlagen bei Schalke und zuletzt der gewonnene Abstiegskampf mit Wolfsburg hätten die vergangene zur verrücktesten Saison gemacht, die er je erlebt habe, so Magath. "Man hat sich daran gewöhnt, den Trainer als Schuldigen vor die Tür zu setzen." Das sei eine Entwicklung seit Jahren.

Er halte die abgelaufene Saison für den Höhepunkt, der sich in den kommenden Jahren nicht mehr so zeigen werde. Doch solange es gang und gäbe sei, die sportlich Verantwortlichen weiter zu schwächen, aber dann zur Verantwortung zu ziehen, sei jeder Trainerjob ein Himmelfahrtskommando, kritisierte Magath, egal ob im Nationalteam oder bei einem Verein. Am Ende seiner Karriere Nationaltrainer zu werden, sei für ihn eine Möglichkeit. Noch brauche er aber die wöchentliche Anspannung.

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