Die Auswertung der Videoaufnahmen der Ausschreitungen im Gerhard-Hanappi-Stadion vom vergangenen Sonntag läuft auf Hochtouren. Bisher hat die Polizei nach dem abgebrochenen Derby rund 40 Anzeigen erstattet, bestätigte deren Sprecher Johann Golob am Dienstag einen Bericht des ORF-Wien. Ein Teil dieser Anzeigen betreffe bisher aber unbekannte Täter.

Sechs Personen wurden wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt angezeigt. Eine weitere Anzeige betreffe eine schwere Körperverletzung: Eine Polizistin trug von einem bengalischen Feuer Brandverletzungen davon. Ein Steinewerfer, der ein Fenster des Mannschaftsbusses der Austria zerstört hatte, wurde wegen Sachbeschädigung angezeigt. Der Verdächtige ist namentlich bekannt. Auch ein Funkwagen wurde Golob zufolge beschädigt. Darüber hinaus gab es bisher 25 Verwaltungsanzeigen, einerseits nach der Stadionordnung, andererseits nach dem Wiener Landessicherheitsgesetz.

"Im Raum steht auch eine Anzeige wegen Verdachts des Landfriedensbruchs, aber hier muss noch die wissentliche Verabredung abgeklärt werden", sagte Golob. Im Strafgesetzbuch heißt es unter Paragraf 274: "Wer wissentlich an einer Zusammenrottung einer Menschenmenge teilnimmt, die darauf abzielt, dass unter ihrem Einfluss ein Mord (§ 75), ein Totschlag (§ 76), eine Körperverletzung (§§ 83 bis 87) oder eine schwere Sachbeschädigung (§ 126) begangen werde, ist, wenn es zu einer solchen Gewalttat gekommen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren zu bestrafen."

Golob bestätigte, dass unter den Platzstürmern auch Fans aus Griechenland und Deutschland dabei waren. Die Rapid Ultras pflegen Fanfreundschaften unter anderem mit den Ultras des FC Nürnberg und mit dem Fanclub "Gate 13" von Panathinaikos Athen. Meldungen, dass auch italienische Randalierer dabei waren, konnte Golob nicht offiziell bestätigen. Naheliegend wäre es, besteht doch auch mit den Ultras von Venezia Mestre enger Kontakt.

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