Nach Ausschreitungen rund um Spiele der deutschen Fußball-Regionalliga am vergangenen Wochenende hat der Präsident des Bundespolizeipräsidiums Potsdam, Matthias Seeger, vor einer neuen Qualität der Gewalt gewarnt. "Es ist klar erkennbar, dass gewaltbereite Fußball-Chaoten ihre brutalen Aktionen immer mehr von den Spielbegegnungen weg in den öffentlichen Raum verlagern", erklärte Seeger am Montag.

Dabei nähmen sie hohe Sachschäden am Eigentum der Eisenbahnunternehmen, aber auch schwere Verletzungen anderer Fans und von Unbeteiligten in Kauf. "Diesem Trend müssen wir einen Riegel vorschieben", forderte Seeger.

Am Wochenende hatte vor allem eine Massenschlägerei mit 100 Beteiligten in Köln die Einsatzkräfte beschäftigt. Auf dem Bahnhof Köln-Mülheim stürmten am Samstag Kölner Hooligans einen Regionalzug, in dem sich Fußballchaoten aus dem Umfeld des Vereins Preußen Münster aufhielten. Diese "Begegnung" war nach Information der Bundespolizei verabredet worden, beide Seiten hatten sich mit Vermummung und Schlagwaffen darauf eingerichtet. Fünf Münsteraner mussten im Krankenhaus behandelt werden, der Zug wurde demoliert.

Ebenfalls am Samstag war nach einer Begegnung der Regionalligisten VfB Lübeck und Energie Cottbus II ein mit Cottbusser Fans besetzter Regionalexpress am Haltepunkt Schwerin-Süd von maskierten Gewalttätern mit Steinen, Pyrotechnik und Nothämmern angegriffen worden. Bei den Tätern handelt es sich nach Angaben der Bundespolizei vermutlich um Hooligans aus dem Umfeld des künftigen Zweitligisten Hansa Rostock.

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