Der Wettskandal in Italien erschüttert jetzt auch die höchste Liga. Die Staatsanwälte der norditalienischen Stadt Cremona ermitteln auch wegen angeblich manipulierter Serie A-Spiele der abgelaufenen Saison. Ins Visier der Ermittler ist unter anderem das am 20. Februar ausgetragene Match FC Genua - AS Roma (4:3) geraten. Dabei wird laut Medien ein römischer Fußballer der Manipulation verdächtigt.

Der Versuch, das Serie-A-Spiel zwischen Inter Mailand und US Lecce am 30. März zu manipulieren, scheiterte hingegen, berichteten die Ermittler. Allein der verhaftete Ex-Nationalspieler Giuseppe Signori soll in diesem Fall 150.000 Euro verloren haben. Der in Bologna unter Hausarrest stehende Signori wies die Vorwürfe der Ermittler zurück. "Ich habe nichts zu verbergen. Ich habe immer gewettet, aber auf legale Weise, es wird sich bald alles klären", versicherte er.

Inzwischen wird auch die Mafia mit dem riesigen Wettskandal in Verbindung gebracht. Eine osteuropäische Gruppe mit kolossalen finanziellen Mitteln steckt laut den Staatsanwälten von Cremona hinter der Manipulationsaffäre, die das italienische Fußballsystem zittern lässt. Die Gruppe war laut Staatsanwalt Guido Salvini in der Lage, in wenigen Stunden bis zu fünf Millionen Euro auf ein einziges Match zu setzen und während des Spiels gewaltige Summen zu wetten. Drahtzieher der Gruppe soll ein in der Schweiz lebender Slowake sein, ein guter Freund des ehemaligen Fußballers Mauro Bressan. Dieser wurde zusammen mit Signori am Mittwoch verhaftet.

400.000 Euro zahlte die Bande, um einen Serie A-Spieler zu bestechen, für einen Zweitligisten sank der Preis auf 120.000 Euro und für einen Drittligisten auf 50.000 Euro, stellten die Ermittler fest. Parallel in anderen italienischen Städten laufende Ermittlungen ergaben, dass die Camorra, der neapolitanische Arm der Mafia, massiv auf Manipulation von Fußballmatchs der Serie D setzt.

Der italienische Fußballverband bangt unterdessen um die nächste Meisterschaft. In den Skandal sind Fußballer von Serie B-Vereine verwickelt, die noch an Play-off-Partien für den Aufstieg in die Topliga teilnehmen müssen. Wegen der mutmaßlichen Verwicklung von Atalanta-Kapitän Cristiano Doni in die Affäre könnte der Serie A-Aufstieg des lombardischen Vereins aus Bergamo gefährdet sein. Der Fußballverband forderte von den ermittelnden Staatsanwälte die Dokumentation zum Skandal, um Maßnahmen gegen mutmaßlich verwickelte Spieler zu ergreifen.

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