Nach zahlreichen Korruptionsvorwürfen gegen Spitzenfunktionäre hat FIFA-Präsident Blatter eine schonungslose Aufklärung der Vergangenheit angekündigt. "Sicher müssen wir das tun", erklärte der 75-jährige Schweizer zwei Tage nach seiner Wiederwahl als Chef des Fußball-Weltverbandes (FIFA) in einem Interview der Schweizer Zeitung "Tages-Anzeiger".

Ein Auftrag für die neue Ethikkommission werde sein, "wie behandeln wir das Vergangene? Das ist einer der wichtigen Punkte: Wie weit zurück kann und soll man gehen?"

Mit neuem Elan will Blatter seine kriselnde Organisation aus ihrer Glaubwürdigkeitskrise führen. "Ich muss dafür sorgen, dass das Image der FIFA wieder gut wird. Und das ist mein innerer Trieb, der mich stark macht", sagte er, "in den letzten Wochen stand ich wie stets um zehn vor sechs auf, und es machte gleich bumm, bumm, bumm. Da sagte ich mir: So geht es nicht, jetzt muss ich handeln."

Sieben Monate nach der Vergabe der WM-Endrunden 2018 und 2022 an einem Tag räumte Blatter einmal mehr ein, "es war falsch, beide Turniere zusammen zu vergeben". Trotz kolportierter Schmiergeldaffären, Bestechungsanschuldigungen und vorläufig suspendierter Mitglieder seiner Exekutive hält er die FIFA nicht für korrupt: "Die FIFA ist doch nicht korrupt." Das könne man nicht generell sagen.

Vor dem angekündigten "Fußball-Tsunami" hat Blatter keine Angst. "Würde irgendein Mitglied des Exekutivkomitees etwas auf den Tisch legen, dann wäre ich froh. Gegen mich kann aber niemand etwas bringen", behauptete er, "nicht, weil ich keine Fehler mache, sondern, weil man mich am Ethik-Code nicht aufhängen kann. Ich nehme keine Geschenke an."

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