Die Tage des österreichischen Frauen-Fußball-Bundesligisten SK Kelag Kärnten sind gezählt. Der hinter Serienmeister SV Neulengbach und FC Südburgenland platzierte Liga-Dritte löst sich mit 30. Juni auf. Hans Gröss, Trainer und Präsident in Personalunion, bestätigte am Montag der APA - Austria Presse Agentur einen Bericht in der "Kärnten-Kronen-Zeitung".

"Wir sind von der Politik und Sponsoren im Stich gelassen worden", sagte der Ex-Bundesliga-Kicker. Der 52-jährige Niederösterreicher, der seit 20 Jahren in Kärnten und stets für den Fußball lebt, hatte den Club mit seiner Frau aufgebaut, aber der Frauen-Fußball habe in Kärnten keine Anerkennung gefunden. "Vom Kärntner Verband ist nicht einmal ein Referent zu einem unserer Spiele gekommen. Das zeigt, welchen Stellenwert der Frauen-Fußball hier hat. Dabei sind wir in den vergangenen vier Jahren das positivste Aushängeschild des Fußballs in Kärnten gewesen", meinte Gröss verärgert.

Sein Ziel war es gewesen, mit dem 2008 in die Bundesliga aufgestiegenen SK Kärnten dem Serienmeister SV Neulengbach Paroli zu bieten und einmal in der Champions League zu spielen. "Jetzt sehe ich kein Licht mehr, das finanziell zu bewältigen", sagte Gröss, der in den vergangenen Monaten immer wieder auf die miesliche Lage aufmerksam gemacht hatte. Das nötige 70.000-Euro-Buget, zu dem nur 10.000 aus der Spitzensportforderung gekommen sei, sei nicht annähernd aufzubringen.

Die Spierlinnen sind kostenlos frei. Die in der Landesliga Meister gewordene zweite Mannschaft (SV Glanegg), die in der Relegation die Chance gehabt hätte, in die Zweite Bundesliga aufzusteigen, wird ebenfalls aufgelöst. "Für mich ist der Frauen-Fußball in Kärnten damit gestorben", glaubt Gröss, der trotz einer schweren Krankheit dem Fußball erhalten bleiben möchte und sich für die Zukunft mit seiner Erfahrung aus dem Profibetrieb "vielleicht eine Tätigkeit im ÖFB" vorstellen kann.

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