Die Staatsanwaltschaft in Cremona hat am Pfingstwochenende ihre Ermittlungen im italienischen Fußball-Wettskandal ausgeweitet. Wie die "Gazzetta dello Sport" am Montag berichtete, stehen mittlerweile 60 Spiele der ersten, zweiten und dritten Liga unter Manipulationsverdacht.

Der österreichische Wettanbieter "Skysport 365" hatte den Ermittlern eine Liste mit weiteren Erst-, Zweit- und Drittligaspielen vorlegt. Aufgrund außergewöhnlicher Wetteinsätze hält das Unternehmen Manipulationen in diesen Spielen für möglich. Untersuchungsrichter Guido Salvini und Staatsanwalt Roberto Di Martino prüften an den Feiertagen außerdem Abhörprotokolle von Verdächtigen.

Für Pfingstmontag war ein Treffen mit dem Chefermittler des italienischen Fußballverbandes (FIGC), Stefano Palazzi, angesetzt. Der Verbandsjurist möchte die Dokumente der Staatsanwaltschaft möglichst schnell einsehen, um eigene Untersuchungen durchführen zu können. Die Staatsanwaltschaft Cremona ermittelt gegen 30 Personen, 16 davon hatte sie bei einer landesweiten Razzia festgenommen.

Der Pay-TV-Sender Sky Italia warf dem Fußballverband und den Ligen Passivität im Umgang mit dem Skandal vor. Sie täten zu wenig, um den Fans das Vertrauen in die Glaubwürdigkeit des Fußballs zurückzugeben. Sky Italia-Geschäftsführer Tom Mockridge drohte in einem Gespräch mit der Zeitung "Corriere della Sera" indirekt mit einer Kürzung der TV-Gelder. Derzeit erhalten die Ligen 570 Millionen Euro jährlich von Sky. Die Gesamteinnahmen aus den Fernsehrechten belaufen sich pro Jahr auf 940 Millionen Euro.

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