Nach dem riesigen Wett- und Manipulationsskandal, der Italiens Fußball erschüttert hat, wollen sich die europäischen Profiligen für eine gesamteuropäische Strategie zur Bekämpfung von Betrug im Sport einsetzen. Am 8. Juli tagt in Wien der Dachverband der europäischen Profiligen EPFL. Bei dem Treffen werden gesamteuropäische Initiativen für einen sauberen Fußball besprochen.

"Das Problem der Wettskandale kann nur mit einer europäischen Strategie bekämpft werden. Wir müssen sichere Mechanismen einführen, um außergewöhnliche Wetteinsätze zu kontrollieren. Das Thema stärkerer Kontrollen gegen Manipulationen beschäftigt die UEFA schon seit längerer Zeit. Wir müssen Wetten auf noch laufende Fußballspiele verbieten", erklärte der Präsident der italienischen Serie A, Maurizio Beretta, im Gespräch mit der APA. Künftig solle man in Europa nur noch auf das Endergebnis der Partien wetten können. "Auch Wetten über das Verhalten einzelner Fußballer während des Spiels sollen verboten werden", verlangte Beretta.

Derzeit warte die Serie A auf die Ergebnisse von Ermittlungen. "Ich bin für eine strenge und rasche Untersuchung. Wir fürchten Klarheit nicht. Wenn es Verantwortungen gibt, soll es zu Strafen kommen. Man darf allerdings den Ruf der Serie A nicht beschmutzen, wenn es keine konkreten Schuldbeweise gibt. Ich hoffe, dass kein Serie-A-Verein in den Skandal verwickelt ist", sagte Beretta.

Derzeit stehen in Italien schon 60 Erst-, Zweit- und Drittligaspiele unter Manipulationsverdacht. In einer landesweiten Razzia hatte die Staatsanwaltschaft Cremona vor drei Wochen 16 Personen festgenommen. Einige von ihnen sitzen immer noch in Untersuchungshaft, andere stehen unter Hausarrest oder wurden auf freien Fuß gesetzt.

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