Im FIFA-Korruptionsskandal wird die Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes nach Angaben von Präsident Joseph Blatter im kommenden Monat ein Urteil fällen. "Sie wird im Laufe des Juli zu Entscheidungen kommen, was dieser Fall, den sie aufgerollt hat, jetzt bringt", sagte der 75-jährige Schweizer am Samstag in Berlin.

Die Ethikkommission ermittelt u.a. gegen den wegen Bestechungsvorwürfen vorläufig suspendierten ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Mohamed bin Hammam aus Katar. Der frühere FIFA-Vizepräsident Jack Warner dagegen fällt nicht mehr in die Zuständigkeit des Gremiums, weil der Funktionär aus Trinidad und Tobago mittlerweile all seine Ämter im Fußball freiwillig niedergelegt hat.

Warner und Bin Hammam sollen gegen den Ethikcode der FIFA verstoßen haben, weil sie beim Treffen der Karibischen Fußball-Union Anfang Mai versucht haben sollen, für die Wahl Bin Hammams zum FIFA-Präsidenten Stimmen zu kaufen. Beide waren am 29. Mai von der Ethikkommission suspendiert worden, haben aber die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Einem internen Bericht des Gremiums zufolge soll es "erdrückende" Beweise für Geldgeschenke Bin Hammams geben.

"Die Ethikkommission arbeitet, arbeitet und geht weiter. Sie wissen, dass einer zurückgetreten ist und deshalb nicht mehr von der Ethikkommission behandelt wird", erklärte Blatter am Tag vor dem Eröffnungsspiel der Frauen-WM zwischen Titelverteidiger Deutschland und Kanada im Berliner Olympiastadion (Sonntag: 18.00 Uhr/live ORF Sport plus, ARD und Eurosport). Künftig soll das Gremium auch von einer Lösungskommission unterstützt werden, der auch externe Mitglieder - wie der frühere US-Außenminister Henry Kissinger - angehören sollen.

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