Borussia Dortmunds Abwehrspieler Lukasz Piszczek ist in seiner Heimat Polen wegen Spielmanipulation zu einer einjährigen Haftstrafe auf Bewährung und einer Geldstrafe verurteilt worden. Das Bezirksgericht in Breslau verhängte am Montag gegen insgesamt elf Fußballer Haftstrafen zwischen einem Jahr und zwei Jahren auf Bewährung.

Unter den Verurteilten befindet sich der polnischen Nachrichtenagentur PAP zufolge auch der Profi des deutschen Meisters. Piszczek wurde zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung sowie einer Geldstrafe von 100.000 Zloty (rund 25.000 Euro) verurteilt.

"Borussia Dortmund hält das Strafmaß für völlig unangemessen. Lukasz bekommt alle Rückendeckung von uns. Es wird keine Konsequenzen geben", sagte Dortmund-Sprecher Josef Schneck. Das Gericht hätte Lukas Piszczek zufriedengelassen, wenn er nicht inzwischen Nationalspieler und Profi bei der Borussia wäre.

In der Saison 2005/06 sollen Spieler von Zaglebie Lubin vor dem Spiel gegen Cracovia Schmiergeld in Höhe von 100.000 Zloty übergeben haben. Bei diesem Spiel stand Piszczek nicht im Kader seines damaligen Vereins Lubin. Er soll sich aber dem Zahlungswunsch der Mannschaftsführung angeschlossen haben. Bereits im Dezember hatte sich Piszczek bei der Staatsanwaltschaft in Breslau selbst angezeigt.

Durch den Sieg sicherte sich Zaglebie die Teilnahme am UEFA-Cup. Der Richter Marek Gorny sagte, über die Schuld der Angeklagten gebe es keine Zweifel. Sie hätten die Straftat zugegeben und die Strafe freiwillig akzeptiert. Drei weitere Menschen lehnten die Einigung mit der Staatsanwaltschaft ab. Anfang Juni hatte dasselbe Gericht 38 korrupte Schiedsrichter, Sportfunktionäre und Spieler zu Haftstrafen zwischen neun Monaten und vier Jahren verurteilt. Allerdings wurden die Strafen zur Bewährung ausgesetzt.

Seit der Aufnahme der Ermittlungen vor sechs Jahren wurden rund 300 Fußballmanager, Schiedsrichter, Trainer und Spieler festgenommen. In die Schmiergeld-Machenschaften sollen insgesamt mehr als 50 Mannschaften aller Spielklassen verwickelt gewesen sein. Die Korruption gilt neben der Gewalt in den Stadien als das größte Problem des Fußballs im EM-Austragungsland 2012.

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