Der italienische Fußballverband (FIGC) startet mit der Aufarbeitung des neuen Wett- und Manipulationsskandals, der Italiens Fußball erschüttert. FIGC-Chefankläger Stefano Palazzi hat die Liste der Fußballer vorgelegt, die in den Sog des Wettskandals geraten sind und von ihm vernommen werden sollen. Dabei will Palazzi eng mit den Staatsanwaltschaften in Cremona und Neapel zusammenarbeiten.

Ab dem kommenden Montag wird Palazzi namhafte verdächtige Fußballer vernehmen, darunter den skandalumwitterten Kapitän des Serie-A-Aufsteigers Atalanta Bergamo, Cristiano Doni. Befragen will Palazzi auch den ehemaligen Nationalstürmer Giuseppe Signori, der als Drahtzieher eines illegalen Wettrings gilt und zwei Wochen lang unter Hausarrest verbracht hatte. Auch mehrere Fußballmanager sollen von Palazzi vernommen werden, berichtete die italienische Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport" am Mittwoch.

Signori wird verdächtigt, über Wettanbieter in Singapur hohe Summen auf manipulierte Spiele gesetzt zu haben. Woher dieser Geldstrom kam, ist noch zum Großteil unklar. Die Untersuchungen stützen sich auch auf abgehörte Telefongespräche von Zahnarzt P. mit mehreren Spielern, die er bestochen haben soll.

Der Verband FIGC will eng mit den ermittelnden Behörden kooperieren, um die Vorwürfe gegen die verdächtigen Spieler und Clubs so rasch wie möglich zu klären. Mittlerweile stehen 60 Spiele der ersten, zweiten und dritten Liga unter Manipulationsverdacht. Die Staatsanwaltschaft Cremona ermittelt gegen 30 Personen, 16 davon hatte sie bei einer landesweiten Razzia Anfang Juni festgenommen.

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