Im Streit um die 50+1-Regel im deutschen Fußball ist nach der Anhörung noch keine Entscheidung gefallen. Das Lizenzliga-Schiedsgericht beriet am Montag in Frankfurt/Main unter dem Vorsitz des ehemaligen Bundesverfassungsrichters Udo Steiner darüber, ob in Deutschland Bundesligisten durch einen Investor übernommen werden dürfen.

Ligapräsident Reinhard Rauball rechnet mit einer Entscheidung in den kommenden Wochen, "das kann aber auch Monate dauern". Hannovers Vorstandschef Martin Kind kämpft seit drei Jahren für die Abschaffung der Regel, die seines Erachtens gegen EU-Recht verstößt. Statt die Regel komplett zu kippen, hat Kind nun einen Kompromissantrag eingereicht: Er will die Möglichkeit schaffen, dass Investoren die Mehrheit an einem Club halten können, wenn sie sich lange für den Verein engagiert haben. Bisher war das nur möglich, wenn sie sich dem Club vor dem 1. Jänner 1999 schon mindestens 20 Jahre verschrieben hatten. Diesen Stichtag will Kind nun aus dem Regelwerk streichen lassen.

Der Ligaverband setzt sich im Interesse von 35 Bundesliga-Clubs für den Status quo ein, wonach die Vereine 50 Prozent plus eine Stimme ihrer Anteile besitzen müssen. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) befürchtet einschneidende Konsequenzen fürs Profigeschäft wie beim Bosman-Urteil, falls die 50+1-Regel gekippt wird.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel