In Östersund fällt am Mittwoch der Startschuss zur Biathlon-Weltcupsaison. Die Österreicher haben mit dem schwedischen Auftaktort aus dem Vorjahr noch eine Rechnung offen. Denn die durch eine Trinkwasservergiftung verursachten Magen-Darm-Erkrankungen bremsten die ÖSV-Skijäger nicht nur bei den ersten Rennen gehörig, sondern brachten das Team nachhaltig außer Tritt.

Damit haben Christoph Sumann und Co. längst abgeschlossen und gehen mit neuerlich hohen Zielen in die Saison. Für den Auftakt sind die Erwartungen allerdings noch ein wenig gedämpft.

Eine Woche später beim Heim-Weltcup in Hochfilzen will man dann aber auf möglichst breiter Front ganz vorne auftauchen. Daneben ist die WM Anfang März in Ruhpolding der zweite Saisonhöhepunkt. Zunächst gilt es aber in Mittelschweden gut in den Winter zu starten. Die jüngsten Trainingseinheiten in Finnland und zuletzt in Obertilliach seien planmäßig verlaufen, berichtete ÖSV-Biathlon-Chef Markus Gandler. "Trotz der widrigen Umstände wegen des Schneemangels haben wir uns gut vorbereiten können. Die Bedingungen haben gepasst und auch die harten Testwettkämpfe waren wichtig", sagte Gandler im Gespräch mit der APA.

Die Form seiner Schützlinge sei gut, echten Aufschluss würden aber erst die ersten drei Weltcupbewerbe in Östersund bringen. Gandler ist jedenfalls überzeugt, dass seine Truppe in dieser Saison neuerlich "um Podestplätze mitlaufen" wird. Zudem sind natürlich auch neuerliche WM-Medaillen das erklärte Ziel. Den letzten Schliff für den Auftakt holten sich seine Athleten an unterschiedlichen Schauplätzen.

Sumann, Simon Eder und Fritz Pinter zogen in Obertilliach ihre Runden, Dominik Landertinger ging mit seinem ersten Antreten im Langlauf-Weltcup neue Wege und Daniel Mesotitsch nützte den IBU-Cup in Östersund als letzten Härtetest. Gandler vernahm aus allen Richtungen positive Signale. Sumann und Landertinger kommen nach eigenen Angaben allerdings noch nicht in Hochform nach Schweden.

Team-Leitwolf Sumann hat den Fokus in seiner letzten Saison ohnehin auf das Heimspiel in Hochfilzen und vor allem die WM im März gerichtet. "Die Form ist noch nicht berauschend, das ist aber nicht tragisch, wirklich zählen tut es ohnehin erst ab Hochfilzen. Ich bin ein bekannter Spätstarter, ich brauche einfach immer ein paar Wettkämpfe zur Topform", erklärte der Olympia-Zweite gegenüber der APA. Der 35-Jährige richtet alles auf die WM in Ruhpolding aus, dort will er mit einer weiteren Medaille abtreten. Über das neuerliche Eingreifen in dem Kampf um den Gesamtweltcup, wie zuletzt 2010, will der WM-Dritte im Einzel nicht reden.

Sehr wohl von Beginn an konstant ganz an der Spitze mitlaufen möchte der in der Vorsaison besonders krankheitsgeplagte Landertinger. "Die Ziele sind wieder hoch gesetzt", bekräftigte Landertinger. "Ich habe aber nicht nur die WM im Fokus, sondern möchte über die ganze Saison vorne mitmischen", bekräftigte der Massenstart-Weltmeister von 2009.

Der Hochfilzener schnitt am Wochenende im Langlauf-Weltcup im Kuusamo mit Platz 42 respektabel ab. "Das war eine gute Leistung, eineinhalb Minuten Rückstand auf den Sieger, damit ist man im Biathlon sicher ganz vorne dabei", meinte Gandler. "Für das erste Reinschnuppern hat es gepasst", so Landertinger, der allerdings bekannte, noch nicht in Topverfassung gewesen zu sein.

Der ÖSV-Tross traf am Sonntag in Schweden ein, wo am Mittwoch auf Kunstschnee zunächst ein 20-km-Bewerb ansteht. Am Wochenende folgen noch Sprint und Verfolgung. Topfavoriten sind dabei einmal mehr die Norweger um Titelverteidiger Tarjei Bö und seinem Vorgänger Emil Hegle Svendsen. Auch Altmeister Ole Einar Björndalen will seinen deutlich jüngeren Teamkollegen wieder öfters Paroli bieten.

Bei den Damen, die am Donnerstag (17.15 Uhr) ebenfalls mit einem Einzel-Rennen (15 km) in den Winter starten, ist die Finnin Kaisa Mäkäräinen als Weltcup-Titelverteidigerin die große Gejagte. Das ÖSV-Team befindet sich weiterhin erst im Aufbau-Stadium. Für die Mannschaft geht es auch in diesem Winter weniger um Spitzenplätze, als vielmehr um das Sammeln von Erfahrung und einigen Weltcup-Punkten.

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