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Schweizer Topleistungen auf Weltklasse-Niveau © getty images

Der Schweizer Rudersport ist - zumindest in zwei olympischen Bootsklassen - wieder in die Weltspitze

Der Schweizer Rudersport ist - zumindest in zwei olympischen Bootsklassen - wieder in die Weltspitze zurückgekehrt.

Der schwere Doppelzweier und der leichte Vierer-ohne sorgten beim Weltcupfinal auf dem Luzerner Rotsee für Begeisterung.

Simon Schürch (Sursee), Lucas Tramèr (Vésenaz), Simon Niepmann (Zürich) und Mario Gyr (Luzern) sind die Shooting-Stars unter den Schweizer Spitzenruderern. Das Quartett lieferte am Wochenende im Leichtgewichts-Vierer-ohne Topleistungen gleich im Multipack ab. Den Vorlauf am Freitag gewannen sie mit der schnellsten Zeit aller 26 Boote. Auch im Viertelfinal liessen sie sich in ihrer Serie nicht bezwingen. Im Halbfinal genügte am Samstag ein kontrollierter Lauf zum 3. Platz und im A-Final lagen die Youngsters bei Streckenhälfte sensationell auf Position eins. Erst im Finish mussten sich die vier Amateure von den Profi-Booten aus Grossbritannien, Dänemark (WM-Zweiter im Vorjahr) und Italien noch überholen lassen. Der Rückstand von lediglich 1,86 Sekunden auf das Siegerboot lässt jedoch für die nahe und ferne Zukunft einiges erhoffen. Der leichte Vierer-ohne wurde erst in diesem Jahr im Hinblick auf die Olympischen Sommerspiele 2012 in London formiert.

Gyr und Co. egalisierten beim Weltcupfinal inmitten der absoluten Weltelite ihren vierten Rang vom Weltcupauftakt in Bled. In München bei der zweiten Weltcupstation fuhren sie wegen der Absenz von Gyr nicht im Vierer-ohne, sondern in zwei Zweier-Booten und erreichten zusammen mit Ersatzmann Raphael Jeanneret die Plätze 1 und 3. Alle diese Topresultate sichern ihnen nun nicht nur die EM-Teilnahme im September in Portugal, sondern auch das WM-Ticket für die Titelkämpfe anfangs November in Neuseeland.

Begeistert von der neuen Konkurrenz im eigenen Lager zeigte sich am Wochenende das bisherige Schweizer Aushängeschild André Vonarburg. Zusammen mit seinem Klubpartner Florian Stofer fuhr er im schweren Doppelzweier auf den 5. Platz. Auch die beiden Sempacher wussten beim Weltcupfinal vollauf zu überzeugen. Sieg im Vorlauf, Platz 2 im Viertelfinal, ein dritter Platz im Halbfinal und Rang 5 im Final. Und dies ebenfalls in einem Weltklassefeld mit 28 Booten. Auch Vonarburg und Stofer dürfen sich bereits jetzt auf die EM- und WM-Teilnahme freuen.

Über sich hinausgewachsen ist am Wochenende zudem Fabrizio Güttinger im schweren Skiff. Der Tessiner wurde vor einer Woche als Nachfolger von Seriensieger Vonarburg erstmals Schweizer Meister im Einer, er qualifizierte sich am Samstag ebenfalls erstmals für einen Weltcup-Halbfinal und musste sich dabei lediglich von den absoluten Top-Cracks Ondrej Synek (Tsch), Weltmeister Mahe Drysdale (Neus), Olympiasieger Olaf Tufte (No) und dem kubanischen WM-Zehnten Angel Fournier Rodriguez schlagen lassen. Im B-Final wurde Güttinger schliesslich hervorragender Dritter, was ihn gleich in seiner ersten Saison unter 36 Konkurrenten auf den hervorragenden 9. Schlussrang führte. Als Belohnung wird auch ihm die EM- und WM-Teilnahme winken.

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