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Lugano hofft auf Punkte-Abzug beim FC Thun © getty images

Der Challenge-League-Klub Lugano kämpft hartnäckig um einen Platz in der Axpo Super

Der Challenge-League-Klub Lugano kämpft hartnäckig um einen Platz in der Axpo Super League.

Die Tessiner, die die letzte Saison hinter Thun auf Platz 2 beendeten und in der Barrage an Bellinzona scheiterten, wollen vor Gericht einen Punkte-Abzug gegen den in den Wettskandal involvierten FC Thun erwirken.

Luganos Vizepräsident Gian Battista Pastorello bestätigte, dass noch immer ein Verfahren gegen Thun laufe. Pastorello, der über 40 Jahre lang im italienischen Fussball bei Parma, Verona und Genoa tätig war, hofft, dass in der Schweiz dieselben Massstäbe angewandt werden wie in Italien, wo in den letzten Jahren mehrere Klubs wegen Spielmanipulationen mit Punkte-Abzügen bestraft worden sind.

Der Tessiner Verein hat schon zwei Anläufe unternommen, um sein Ziel zu erreichen. Sowohl die Kontroll- und Strafkommission (KSK) des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) als auch das Verbandssportgericht lehnten das Begehren ab. Die letzte Verbands-Instanz ist nun das Kassationsgericht. "Wir bleiben dran und geben die Hoffnung nicht auf", so Pastorello.

Gründe für den abgewiesenen Rekurs gibt es viele. Zum einen betrifft der Wettskandal Spiele des FC Thun, die in der Saison 2008/09 stattfanden. Lugano möchte, dass den Bernern dafür Punkte für die Saison 2009/10 abgezogen werden. "Zum anderen gibt es im Verbandsrecht keine Kläger, also hat Lugano auch keine Beschwerde-Legitimation", erklärt Pierre Cornu, Präsident des Verbandssportgerichts des SFV. Ausserdem könne ein Klub nicht gegen etwas rekurrieren, das nicht ihn selbst betrifft, so Cornu. "Wenn Team A gegen Team B spielt und einer vom Team B für zwei Spiele gesperrt wird, kann Team A nicht Rekurs einlegen und drei Sperren fordern", erläutert Cornu weiter.

Pastorello lässt all diese Gründe nicht gelten. Bezüglich Hartnäckigkeit hat sich der Italiener wohl Sions Präsident Christian Constantin zum Vorbild genommen. 2003 erhielten die damals zweitklassigen Walliser keine Lizenz für die zweithöchste Spielklasse. Daraufhin setzte Constantin sämtliche juristischen Hebel in Bewegung und gewann den Prozess gegen die Swiss Football League (SFL). Die Challenge League musste mitten in der Saison auf 17 Teams aufgestockt werden; Sion startete mit dreimonatiger Verspätung in die Meisterschaft 2003/04.

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