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Europäische Spitzenzeit für Schweizer Hürdensprinterin © getty images

Hürdensprinterin Lisa Urech legte an den Schweizer Meisterschaften in Lugano mit 12,84 Sekunden eine europäische Spitzenzeit

Hürdensprinterin Lisa Urech legte an den Schweizer Meisterschaften in Lugano mit 12,84 Sekunden eine europäische Spitzenzeit auf die Bahn.

Die Langnauerin unterstrich eindrücklich ihre Finalambitionen für die anstehende EM in Barcelona. Mit 12,84 Sekunden für die 100 m Hürden steigerte die bald 21-jährige Langnauerin ihre Bestzeit um über einen Zehntel, hievte sich im europäischen Ranking auf Position 6 und näherte sich bis auf acht Hundertstel an die von Julie Baumann seit 19 Jahren gehaltene Schweizer Bestmarke.

"Ich habe geträumt davon, dass ich so schnell laufen kann", sagte Urech. Noch vor zwei Monaten hatte ihre Welt düster ausgesehen. Bei einem Trainingssturz brach sie sich das linke Schlüsselbein. Doch schon bald ging es mit der nunmehr dreifachen Hürdenmeisterin wieder steil bergauf. Am 20. Juni lief sie beim Wiedereinstieg 13,16, eine Woche später steigerte sich die in Bern und Stuttgart trainierende Emmentalerin auf 13,06 und wenig später durchbrach die angehende Berufsmaturandin mit 12,96 die 13-Sekunden-Schallmauer, die sie ursprünglich als Saisonziel deklariert hatte.

Weitspringerin Irene Pusterla schrieb mit einem Flug auf 6,76 m Schweizer Leichtathletik-Geschichte. An den Schweizer Meisterschaften in Lugano löschte die junge Tessinerin den ältesten Schweizer Rekord und löste Meta Antenen ab. Die Schaffhauserin hatte 1971 an den EM in Helsinki mit 6,73 Silber gewonnen.

Pusterlas Exploit kam mit Ankündigung. Die 22-Jährige übertraf zunächst mit 6,56 die EM-Limite um den einen Zentimeter, der ihr vor Lugano noch gefehlt hatte. Danach setzte sie bei idealem Rückenwind von 1,6 m/s noch einen drauf. Mit 6,76 m hievte sie sich in der europäischen Saisonbestenlista auf Rang 11. Pusterla gilt mit ihrer Regelmässigkeit als "Exploit-Kandidatin". Weiten um 6,55 m reichen fast immer für eine Finalteilnahme.

Rolf Malcolm Fongué darf sich schnellster Schweizer nennen. Der 100-m-Sprinter des LC Zürich setzte sich in einem offenen Rennen in 10,47 durch und verwies die Romands Pascal Mancini (10,49) und Cédric Nabe (10,53) auf die Plätze. Uneingeschränkte Freude über den Sieg herrschte bei Fongué allerdings nicht. Trotz idealen Bedingungen -- 28 Grad und leichter Rückenwind -- fehlten zwei Hundertstel zur EM-Limite.

Bei den Frauen kehrte Fabienne Weyermann (LV Langenthal) nach einem Jahr Unterbruch zuoberst auf das Podest zurück. Mit 11,70 Sekunden hielt sie Jacqueline Gasser (BTV Chur) und Michelle Cueni (LC Zürich) in Schach. Die Bernerin Mujinga Kambundji, die letztjährige Entdeckung der Meisterschaften in Zürich, trat nicht an. Sie weilt bereits in Kanada, wo in der kommenden Woche in Moncton die U20-Weltmeisterschaften ausgetragen werden.

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