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Wettrüsten und Spionage im Skispringen © getty images

Nach Simon Ammanns Wahnsinnssaison versuchen seine Konkurrenten, die Schweizer Bindung

Nach Simon Ammanns Wahnsinnssaison versuchen seine Konkurrenten, die Schweizer Bindung nachzumachen.

Es gibt ein wahres Wettrüsten um die schlaueste Bindungs-Lösung, die besten Experten werden abgeworben und "Spionage" ist an der Tagesordnung - vieles erinnert im Skispringen vor der spannendsten Saison seit langem an die Formel 1. Auslöser des Wettrüsten der Topnationen ist der viermalige Olympiasieger Simon Ammann, der Ende der vergangenen Saison mit seiner aerodynamisch wesentlich besseren Wunder-Bindung von zweimal Gold bei den Winterspielen über den Gesamtweltcup bis zum Titel bei der Skiflug-WM alles abräumte.

"Es ist aber nicht so, dass man die Bindung nimmt und gleich sechs Meter weiterspringt", sagt der deutsche Trainer Werner Schuster. Aber so ähnlich, weshalb das deutsche Team auch gleich von der dominierenden Skisprung-Nation Österreich den Co-Trainer Marc Nölke abgeworben hatte. Nölke brachte das nötige Knowhow mit ins Nachbarland und trieb auch eine Firma auf, die eine erste noch nicht sicherheitsgeprüfte Bindung baute. Die in der letzten Saison schwächelnden Finnen hingegen haben Ammanns Techniker Gerhard Hofer abgeworben, welcher die Schweizer Bindung erfunden hatte.

Swiss Ski lässt sich das Wettrüsten jedoch nicht entgehen und hat als Ersatz für Hofer den ETH-Absolventen Fabian Ammann verpflichtet. Der 31-Jährige Zürcher hat an der ETH Sport und Biotechnik studiert. Dank seines wissenschaftlichen Hintergrunds soll der Namensvetter von "Simi" vor allem im Materialbereich, aber auch in der Entwicklung Akzente setzen. Werner Schuster erklärt: "Natürlich muss man dann vor allem immer noch gut Skispringen. Aber es ist auch wie in der Formel 1, wo es einfach Teile gibt, die einen schneller machen."

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