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Gelingt YB der Befreiungsschlag? © getty images

Just in einer Phase, die von aussen als Krise bezeichnet wird, ist von den Young Boys ein Coup

Just in einer Phase, die von aussen als Krise bezeichnet wird, ist von den Young Boys ein Coup gefragt.

Nach dem 2:2 im Hinspiel muss YB heute ab 20.15 Uhr MESZ die Auswärtspartie gegen Fenerbahçe Istanbul wohl gewinnen. Ansonsten ist das Abenteuer Champions League vor Playoff-Beginn vorbei.

Die Vorgabe ist klar: Nur ein Sieg oder ein Remis ab 3:3 hält den Young Boys die Möglichkeit offen, ab Anfang September im "Konzert der Grossen" mitzuspielen. Wie schwer das Unterfangen ist, in Istanbul zu punkten oder zu gewinnen, zeigt ein Blick auf die Statistik. In den zehn bisherigen Europacup-Partien auf dem Boden der türkischen Millionenmetropole gegen eines der drei Topteams Fenerbahçe, Besiktas oder Galatasaray resultierten für Schweizer Vereine acht Niederlagen (alle mit maximal einem erzielten Tor), zwei Remis und 9:28 Tore.

Christoph Spycher ist sich der delikaten Lage bewusst. "Wir wissen, dass wir auswärts nicht zu vielen Chancen kommen werden. Was sich uns bieten, müssen wir resolut ausnützen." Der gelernte Linksverteidiger, der seine neue Aufgabe als Ballverteiler im defensiven Mittelfeld der Berner bislang mit Bestnoten gemeistert hat, wird sich im Sükrü Saraçoglu mutmasslich eher in der Rückwärtsbewegung befinden als vor einer Woche im Hinspiel.

Trainer Vladimir Petkovic hatte - wie schon im Vorjahr FCZ-Coach Bernard Challandes - sein Team zwischen zwei Champions-League-Einsätzen nach einer Niederlage in Bellinzona aufzurichten. YB verlor im Tessin zwar erstmals im vierten Spiel der Saison, ist aber immer noch sieglos. Für Petkovic entstand eine neue Situation, er steht erstmals unter Druck. "Ich nehme das als positiven Kick", sagte der Kroate selbstbewusst.

Wie schwierig es ist, einer Negativspirale zu entkommen, erlebt Petkovic seit dem miserablen Auswärtsauftritt in Luzern (1:5) in der vorletzten Runde der letzten Meisterschaft am eigenen Leib. Die Theorie, YB habe die Schlussphase der Vorsaison noch nicht verkraftet, verneint er folglich nicht. "Einige Spieler und auch die Umgebung haben diesen Rückschlag noch nicht hundertprozentig verdaut. Nach drei Unentschieden und einer Niederlage wird die Vergangenheit wieder aktiv, dazu tauchten polemische Fragen auf. Dann ist es normal, dass man desorientiert sein kann", so Petkovic. "Das einzige, was uns fehlt, ist ein positives Ergebnis."

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