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Basel dürfte nichts mehr anbrennen lassen © getty images

Erfahrungsgemäss reicht dem FC Basel eine 2:0-Reserve, um in der Champions-League-Qualifikation die nächste Runde zu

Erfahrungsgemäss reicht dem FC Basel eine 2:0-Reserve, um in der Champions-League-Qualifikation die nächste Runde zu erreichen.

In seiner aktuellen Verfassung wird sich der Schweizer Double-Gewinner heute Abend um 19.45 Uhr im St.-Jakob-Park vom ungarischen Aussenseiter Debrecen nicht mehr bedrängen lassen. "Ich werde im Rückspiel erneut ein Team aufstellen, das Debrecen schlagen kann", stellte Thorsten Fink eine halbe Stunde nach dem Ende der Partie in Budapest klar. Für die Ungarn ist das keine erfreuliche Nachricht. In der Wunschformation ist der verlustpunktlose FCB derzeit kaum zu stoppen.

Über 7 Millionen Euro schüttet der europäische Verband für den Vorstoss in die Champions League aus. Unnötige Risiken sind mit Fernblick auf die fetten Prämien deshalb schon in der vorletzten Qualifikations-Runde zu vermeiden. Und auf Pokerspiele ist Fink im lukrativsten Geschäft der aktuellen Saison ohnehin nicht angewiesen. Da er gegen St. Gallen (3:0) diverse Titulare schonte, steht ihm eine ausgeruhte Stamm-Equipe zur Verfügung.

Fink weiss aus eigener Erfahrung als Spieler, wie hoch der Preis im Europacup für eine mangelhafte Einstellung sein kann. Im Dezember vor 14 Jahren erlitt er mit dem Karlsruher SC im UEFA-Cup-Achtelfinal gegen Bröndby Kopenhagen ein 0:5-Debakel - das Hinspiel in Dänemark hatte der KSC 3:1 gewonnen. An diese eher unangenehme Episode seiner Karriere erinnerte sich der FCB-Trainer nach dem 2:0 gegen Debrecen nicht ganz zufällig in der Runde der Journalisten.

Unterschätzen wird der Schweizer Branchen-Leader den ungarischen Serienmeister jedenfalls nicht. Das war den Voten der Beteiligten zu entnehmen. Und es würde auch nicht zu einer Mannschaft passen, die auf den Schlüsselpositionen von sehr erfahrenen Spielern lebt.

Wie unwahrscheinlich ein Coup der limitierten Gäste ist, belegen übrigens allein die eindrücklichen europäischen Kennzahlen der Basler: In den letzten sechs Jahren hat sich der FCB ausnahmslos für die Gruppenphase eines Europacup-Wettbewerbs qualifiziert. Eine solch positive Bilanz haben nur wenige Equipen vorzuweisen.

Die Gewissheit, erneut über ein Team zu verfügen, das auf nationaler und europäischer Bühne positive Schlagzeilen produzieren kann, ist in Basel gross. Das erhöhte Zuschaueraufkommen ist einer der Belege dafür. In der Tabelle der Axpo Super League vermag nur der FC Luzern (noch) einigermassen Schritt zu halten; die Konkurrenz aus Bern und Zürich hat der perfekt gestartete FCB einstweilen abgeschüttelt.

20 von 27 Spielern wurden bereits eingesetzt. Fink rotiert auf hohem Niveau, weil er "nicht nur nachdenkt, sondern auch vordenkt". Der frühere Bayern-Professional kennt die Tücken qualitativ breit besetzter Kader. Entsprechend plant und managt er. Sollten die Bebbi auch die Playoffs (mögliche Gegner: u.a. Belgrad, Zagreb, Rosenborg) überstehen, will Fink einen Leistungsabfall im heimischen Championat auf jeden Fall verhindern. Der Grund ist klar: Der nächste Titelhalter ist mit höchster Wahrscheinlichkeit für einen Startplatz in der Champions League gesetzt.

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