vergrößernverkleinern
Young Boys kämpfen um die Millionen © getty images

90, vielleicht 120 Minuten trennen die Young Boys von der Verwirklichung ihres grossen Traums. In London haben die Berner gegen

90, vielleicht 120 Minuten trennen die Young Boys von der Verwirklichung ihres grossen Traums. In London haben die Berner gegen Tottenham Hotspur das 3:2 aus dem Hinspiel der Champions-League-Playoffs zu verteidigen.

Das erste Remis einer Schweizer Mannschaft auf englischem Boden seit Basels grandiosen Unentschieden in der Champions-League-Saison 2002/03 in Liverpool und Manchester (jeweils 1:1) oder eine Niederlage mit einem Tor Unterschied "ab 3:4" ist gefragt. Dann wären die Young Boys, zumindest für ein Jahr, offiziell eines der besten 32 Teams Europas.

Dannzumal hätten sie die Qualifikation gegen schwerstmögliche Gegner geschafft. In der Vergangenheit hatten die Schweizer Vertreter, welche die Gruppenphase erreichten, mutmasslich nie einen Konkurrenten dieses Kalibers aus dem Weg geräumt.

Rund 25 Millionen Franken würde der zweite Europacup-Coup des Sommers nach jenem gegen Fenerbahçe Istanbul in die Klubklasse der Young Boys spülen. Dieser Betrag wäre, wen wundert es, allseits höchst willkommen. Er entspricht in etwa dem Jahresbudget des Berner Vereins.

Von einem ähnlich euphorischen Start wie am letzten Dienstag im Hinspiel, als YB nach weniger als einer halben Stunde 3:0 in Führung lag, geht zumindest im Lager des ASL-Vertreters niemand aus. Für Tottenham scheint das 2:3 aus dem Hinspiel nichts anderes als ein Betriebsunfall gewesen zu sein. Die Young Boys erwartet in der White Hart Lane, wo Tottenham seit Mitte Dezember 2009 in 16 Partien (12 Siege) nicht mehr verloren hat, der Lauf auf einem schmalen Grat.

Tottenhams Trainer Harry Redknapp erhielt vor der Reprise Fragen zum Gesundheitszustand des ohnehin noch nicht spielberechtigten Franzosen William Gallas gestellt, musste Auskunft zu wilden Transferspekulationen oder langzeitverletzten Akteuren geben. Die Frage eines Schweizer TV-Reporters, ob denn die Young Boys kein Thema seien, beantwortete Redknapp zur allgemeinen Belustigung mit dem Satz "Mich fragt ja keiner danach". Unrecht hatte er gewiss nicht, er brachte aber die einheimische Grundhaltung auf den Punkt: Der Gegner interessiert nicht.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel