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Schweizer Springreiter vorzeitig gescheitert © getty images

Nach einem Wechselbad der Gefühle stürzte die Schweizer Springreiter-Equipe

Nach einem Wechselbad der Gefühle stürzte die Schweizer Springreiter-Equipe ab.

Sie verpasste an der WM in Kentucky mit dem 13. Platz sogar den Einzug in den zweiten Nationenpreis-Umgang vom Mittwoch.

Pius Schwizer hielt als letztstartender Schweizer auf Carlina der enormen Belastungsprobe nicht stand und scheiterte am zweitletzten Hindernis. Dem Schweizer Teamleader und Vierten im Weltranking hätte aber selbst ein Parcours ohne Fehler nicht gereicht, um die Minimalerwartungen des Teams zu erfüllen.

Letztlich fehlten der Mannschaft des scheidenden Equipenchefs Rolf Grass 7,05 Punkte, um wenigstens unter die besten zehn Nationen zu kommen. Erinnerungen an den Absturz vor acht Jahren an der WM in Jerez (12.) wurden wach. Und nach der Relegation aus der Super League erlitt das Team des letztjährigen Europameisters einen weiteren Tiefschlag.

Auf Goldkurs liegt Deutschland (17,80) vor Brasilien (18,49), den USA (18,69), Kanada (18,93) und dem mächtig aufdrehenden Australien (21,87). Ausgeschieden sind neben Europameister Schweiz auch der WM-Titelverteidiger aus Holland.

Die im Zeitspringen begonnene Schweizer Pechsträhne erlebte schon beim ersten Ritt von Steve Guerdat im Nationenpreis eine Fortsetzung. Der ehrgeizige Jurassier scheiterte mit seinem Hengst Tresor dreimal in Kombinationen; beim Ein- und Aussprung in der klassierenden Dreierkombination und am Einsprung in die Zweierkombination.

Für die erste erfreuliche Nachricht waren ausgerechnet Daniel Etter mit Peu à Peu besorgt, die am Starttag doch so versagt hatten. Der Seeländer beklagte nur einen Vorhandfehler an einem Oxer, ritt stark und sein Pferd kämpfte.

Der Einsatz von Niklaus Schurtenbergers Cantus war bis am frühen Nachmittag fraglich. Der Schimmel leidet an einem schmerzhaften Hufabszess im rechten Vorderbein und konnte nur mit einem Spezialeisen und einer entlastenden Ledersohle am lädierten Huf einsatzbereit gemacht werden.

Schurtenberger, der schon im Jagdspringen spürte, dass sein Pferd nicht 100-prozentig fit war, meldete grosse Zweifel an: "Hoffentlich reicht die Zeit aus, die eitrige Geschwulst und die damit verbundenen Schmerzen zu lindern und den Huf mit einem Spezialeisen zu beschlagen." Seine persönliche Hoffnung erfüllte sich dank totalem Einsatz des Veterinärs und des Hufschmieds. Der Lysser versah sich nur am Aussprung der Zweier-Kombination und meinte: "Cantus hat gekämpft und gezeigt, was für ein tolles Pferd er ist."

Cantus ging am Montag zwei Stunden nach dem Jagdspringen, das er als 73. beendet hatte, lahm. Sofort wurde ihm das Eisen im rechten Vorderbein abgenommen, die verletzte Stelle in der Pferdeklink im Kentucky Horse Park untersucht. Eine gravierende Verletzung wurde nicht festgestellt.

Aller Einsatz war letztlich umsonst. Die Schweiz erhielt schon im WM-Jagdspringen einen argen Dämpfer und erhielt die Quittung für fehlende Klasse während der gesamten Freiluftsaison.

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