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Olympische Spiele für die Schweiz "fast ein Notfall" © getty images

Trotz des Scheiterns von "Sion-Valais 2006" und der Blamage mit "Berne 2010" können Olympische Winterspiele in der Schweiz schon

Trotz des Scheiterns von "Sion-Valais 2006" und der Blamage mit "Berne 2010" können Olympische Winterspiele in der Schweiz schon bald wieder zum seriösen Thema werden.

Sportminister Ueli Maurer stellte sich in einem Referat am traditionellen Magglingertag voll und ganz hinter allfällige Kandidaturabsichten.

Die Schweiz steht mitten in einer sportpolitischen Olympiawoche. Am Freitag wird das Schweizer Sportparlament in Ittigen darüber befinden, ob der Dachverband Swiss Olympic die Idee einer neuerlichen Kandidatur für Winterspiele weiterverfolgen soll. Ist dies der Fall, wird Swiss Olympic seiner Legislative schon in einem Jahr einen konkreten Vorschlag unterbreiten - vermutlich bereits mit Kandidatur-Orten.

Für welches Jahr die Schweiz allenfalls kandidieren wird, kann vom Entscheid vom kommenden 6. Juli abhängen, wenn das IOC an seiner Vollversammlung die Winterspiele 2018 vergibt. Bekommt München die Spiele? Oder Annecy? Oder endlich das bereits zweimal abgewiesene Pyeongchang in Südkorea? Sollte beispielsweise München nicht zum Zug kommen und dann erneut kandidieren, hätte die Schweiz als Konkurrentin für 2022 mit Sicherheit einen schweren Stand. So wird sich das Sportparlament am Freitag mit einem Zeithorizont bis 2026 oder sogar 2030 beschäftigen müssen.

Die Politik gab den hiesigen olympischen Bemühungen einen kräftigen Schub. Bundesrat Maurer setzte sich in Magglingen vor Hunderten von Gästen aus Sport, Politik und Wirtschaft mit der "Wünschbarkeit" und der "Machbarkeit" von Winterspielen in der Schweiz auseinander. Er kam zu weitgehend positiven Ergebnissen. "Für die Schweiz als Land sind Olympische Spiele fast ein Notfall", sagte der Magistrat. "Es wird Zeit, dass sich die Schweiz wieder zu einem grossen Projekt durchringt. Wir sind etwas behäbig geworden." Mit einer Olympia-Kampagne könne das Land seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen.

Gian-Franco Kasper, Präsident des internationalen Skiverbandes FIS und IOC-Mitglied, erörterte in Magglingen auf prägnante Weise die grundsätzlichen Anforderungen an Winterspiele. "Es müssen konzentrierte Winterspiele sein", sagte der 66-jährige Bündner. Mehr als zwei oder zweieinhalb Orte dürfen nach Kaspers Ansicht nicht involviert sein. Davos/St. Moritz wäre für Kasper in dieser Hinsicht eine erstklassige Kandidatur.

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